Real Madrids Fußballstar Kylian Mbappé hat sich für seinen Umgang mit den Solidaritätsshirts für die Einwohner der spanischen Exklave Ceuta gerechtfertigt. In einem Interview mit der spanischen Sportzeitung »As« bekräftigte er seine »volle Solidarität mit Ceuta und allen Opfern«. »Aber ich wollte auch eine Geste und einen Gedanken an alle Migranten richten, die ihr Leben verloren haben und ebenfalls unter harten Bedingungen leben«, sagte der Franzose.
Was war passiert?
Vor dem Ligaspiel von Real Madrid gegen den FC Elche am Dienstag war vereinbart worden, dass die Spieler Shirts mit der Aufschrift »Todos somos Caballas« (»Wir sind alle Caballas«) tragen. »Caballas« werden die Einwohner Ceutas genannt. Darunter stand in kleinerer Schrift: »Ceuta y sus caballeros de la mar« (»Ceuta und seine Ritter des Meeres«).
Am 30. und 31. Juli gelangten mehr als 72.000 Menschen zu Fuß oder schwimmend von Marokko nach Ceuta. Die meisten kehrten kurz darauf zurück oder wurden zurückgebracht. Tausende halten sich jedoch weiterhin in der spanischen Exklave auf. Dutzende Menschen kamen bei dem Massenandrang ums Leben (eine Rekonstruktion der Ereignisse können Sie hier nachlesen ).
Mbappé sowie seine Kollegen Vinícius Júnior und Ibrahima Konaté zogen die Shirts zwar an, rollten den unteren Saum aber so weit nach oben, dass der zweite Schriftzug verdeckt war. Vor der Begrüßung der gegnerischen Spieler zogen sie die Shirts wieder aus.
Kreise am rechten Rand, konservative Kreise und ihnen nahestehende Medien kritisierten dies als mangelnde Solidarität mit den mehr als 80.000 Einwohnern Ceutas. Den gleichen Vorwurf richten sie auch an die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez.
Zur Erklärung der Aktion sagte Mbappé, es sei eine Entscheidung der Vereine gewesen, die Trikots zu tragen. »Wir Spieler mussten es tragen«, so der Sohn einer algerischen Mutter und eines kamerunischen Vaters. »Es war keine einfache, sondern eine schwierige Situation«, sagte er. Er habe nichts gegen die Menschen in Ceuta und stehe zu hundert Prozent hinter ihnen. »Aber ich wollte auch an all die Menschen denken, die leiden.« Er wolle eine Botschaft der Positivität und des Friedens vermitteln und hoffe, dass sich die Situation schnell kläre.
