SpOn 23.03.2026
08:02 Uhr

Kulturpolitik von Donald Trump: Kolumbus-Statue am Weißen Haus aufgestellt


Ein 2020 gestürztes Denkmal kehrt als Nachbildung in unmittelbare Nähe zum US-Präsidentensitz zurück. Trump treibt damit seinen Eingriff in den US-Geschichtsstreit weiter voran.

Kulturpolitik von Donald Trump: Kolumbus-Statue am Weißen Haus aufgestellt

US-Präsident Donald Trump hat auf dem Gelände des Weißen Hauses eine Statue von Christoph Kolumbus aufstellen lassen. Die Figur steht an der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building, das an den Amtssitz des Präsidenten grenzt. Das teilte Trump in einem Schreiben an italoamerikanische Organisationen mit.

Bei der Statue handelt es sich um eine Nachbildung eines Denkmals, das 1984 in Baltimore enthüllt und 2020 während der Proteste nach dem Tod von George Floyd von Demonstranten gestürzt und in den Hafen geworfen worden war. Trump bezeichnete Kolumbus in dem Brief als »ursprünglichen amerikanischen Helden« und erklärte, die Statue solle nun auf dem Gelände des Weißen Hauses dauerhaft geehrt werden.

Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte laut »New York Times« , in dieser Präsidentschaft sei Kolumbus ein Held, und Trump werde dafür sorgen, dass er auch künftig als solcher geehrt werde. John Pica, Präsident der Italian American Organizations United, sagte, man freue sich, dass die Statue nun an einem Ort stehe, an dem sie »friedlich glänzen und geschützt werden« könne.

Trump treibt kulturpolitischen Streit voran

Kolumbus gilt in den USA seit Jahren als umstrittene Figur. Lange wurde der Seefahrer vor allem als Symbol für die europäische »Entdeckung« Amerikas verehrt. Kritiker sehen in ihm dagegen einen Wegbereiter von Kolonialherrschaft, Gewalt und Ausbeutung indigener Bevölkerungen.

Im Zuge der Black-Lives-Matter-Proteste 2020 wurden in mehreren US-Städten Kolumbus-Statuen beschädigt oder entfernt. Zugleich ersetzten manche Städte und Institutionen den Columbus Day durch den Indigenous Peoples’ Day. Der damalige Präsident Joe Biden würdigte diesen Gedenktag 2021 erstmals mit einer offiziellen Proklamation.

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Die Aufstellung der Statue ist Teil einer breiteren kulturpolitischen Linie der Trump-Regierung. Diese geht gegen eine angeblich »antiamerikanische« Sicht auf die Geschichte vor. Bürgerrechtsorganisationen warnen hingegen, solche Maßnahmen könnten gesellschaftliche Fortschritte im Umgang mit Rassismus, Sklaverei und Kolonialgeschichte zurückdrehen.

col/AP/Reuters