SpOn 27.03.2026
16:13 Uhr

Kuba: Vermisste Boote aus Hilfsflotte wieder aufgetaucht


Kuba steht unter Druck der USA, die Not der Menschen nimmt zu. Ein Bootskonvoi sollte Lebensmittel und Medikamente bringen. Von zwei Schiffen fehlte kurzzeitig jede Spur. Nun sind sie offenbar auf Kuba angekommen.

Kuba: Vermisste Boote aus Hilfsflotte wieder aufgetaucht

Zwei Segelboote mit humanitären ​Hilfsgütern für Kuba wurden kurzzeitig vermisst. Mexikos Marine hatte eigenen Angaben zufolge in der Karibik nach den Booten gesucht. Es habe weder »Kommunikation noch eine Bestätigung ihrer Ankunft« in Kuba gegeben, erklärte die mexikanische Marine mit Blick auf die vermissten Boote. Nun sind beide Boote in Kuba angekommen, wie Nachrichtenagenturen unter Berufung auf die US-Küstenwache berichten.

Die beiden Boote mit neun Besatzungsmitgliedern unterschiedlicher Nationalitäten und humanitären Hilfsgütern an Bord waren der Marine zufolge am vergangenen Freitag von der südostmexikanischen Insel Isla Mujeres ausgelaufen und sollten am Dienstag oder Mittwoch dieser Woche in Kubas Hauptstadt Havanna eintreffen.

Die ​beiden Boote ‌gehören zu einer breiteren Hilfsinitiative für das unter Energieengpässen leidende Kuba. Der Karibikstaat kämpft mit anhaltenden Stromausfällen und einer sich verschärfenden Wirtschaftskrise, nachdem die USA ihr Embargo für Öl und andere ‌Güter verschärft hatten.

Weiteres Boot schon am Dienstag eingetroffen

Freiwillige in Mexiko hatten die Schiffe in der vergangenen Woche unter anderem ‌mit Reis, Bohnen, Babynahrung und Medikamenten ​beladen. Ein weiteres ‌Boot des Konvois war bereits am Dienstag in Havanna ‌eingetroffen.

Die Kapitäne und Besatzungen seien erfahrene Seeleute ⁠und ⁠die Schiffe mit entsprechenden Sicherheitssystemen ausgestattet, teilten die Organisatoren des Hilfskonvois der Nachrichtenagentur Reuters mit. Man arbeite vollumfänglich mit den Behörden zusammen und sei ‌zuversichtlich, dass die Crews Havanna sicher erreichen würden, hieß es bereits zuvor.

Die mexikanische Marine hatte die Marinekommandos in der Region sowie die eigenen Such- und Rettungsstationen alarmiert. Bei dem Absuchen der Route zwischen Isla Mujeres und Havanna waren demnach auch Flugzeuge zum Einsatz gekommen. Die Marine hatte zudem Seeleute und Seebehörden in der Karibik und im Golf von Mexiko dazu aufgerufen, jede Information oder Sichtung der vermissten Boote bei der nächstgelegenen Marinebehörde zu melden.

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Mexikos Marine machte keine Angaben zur Identität oder Staatsangehörigkeit der Besatzungsmitglieder auf den vermissten Booten. Sie erklärte jedoch, sie stehe in ständigem Kontakt mit Rettungsdiensten in Polen, Frankreich, Kuba und den USA. Zudem stehe sie »mit den diplomatischen Vertretungen der Herkunftsländer der Besatzungsmitglieder« in Verbindung, erklärte die Marine.

In Kuba hatte sich die wirtschaftliche Not zuletzt durch den Stopp von Öllieferungen infolge der US-Intervention in Venezuela verschärft. US-Präsident Donald Trump ließ nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar Venezuelas Öllieferungen an Kuba einstellen. Anderen Staaten, die Erdöl an den Karibikstaat liefern, drohte er mit zusätzlichen US-Zöllen.

Trump hatte zuletzt den Druck auf Kuba immer weiter erhöht. In der vergangenen Woche drohte er, den Karibikstaat zu »übernehmen«.

sol/dpa/Reuters