SpOn 05.06.2026
01:02 Uhr

Kuba: USA verhängen Sanktionen gegen Präsident Miguel Díaz-Canel


Die Anzeichen für eine US-Militäraktion in Kuba verdichten sich. Präsident Donald Trump erklärte, man werde sich um das Land »kümmern«. Derweil lassen die USA Kubas Präsident sanktionieren, der spricht von »Perversion«.

Kuba: USA verhängen Sanktionen gegen Präsident Miguel Díaz-Canel

Die USA haben derzeit mehr als genug mit dem selbst (zusammen mit Israel) angezettelten Krieg gegen Iran zu tun. Trotzdem zeichnet sich auch andernorts ein militärisches Einschreiten ab. Am späten Abend bezeichnete US-Präsident Donald Trump Kuba als »gescheiterte Nation«. Im selben Atemzug sprach er davon, dass der Inselstaat aus US-Sicht ein »ordentlich regiertes Land« werden solle – und schwärmte von den schönen Grundstücken vor Ort. Seine Regierung habe »sehr gute Pläne« in der Schublade, so Trump weiter.

Teil dieser Pläne dürfte sein, die aktuelle Regierung weiter zu destabilisieren. So verhängen die USA jetzt Sanktionen gegen Kubas Präsidenten Miguel Díaz-Canel und Familienmitglieder. Laut US-Finanzministerium wurde der 66-Jährige auf eine zentrale Sanktionsliste gesetzt, wodurch etwa Vermögenswerte eingefroren werden können und von US-Seite keine Geschäftsbeziehungen bestehen dürfen.

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

Foto: Evelyn Hockstein / REUTERS

Auch die Ehefrau von Díaz-Canel, Lis Cuesta Peraza, sowie sein Stiefsohn Manuel Anido Cuesta, wurden mit Sanktionen belegt. Von den Maßnahmen betroffen sind ebenfalls ein Sohn, Alejandro Castro, und ein Enkel, Raúl Alejandro Castro, des 95-jährigen Ex-Präsidenten Raúl Castro, eine mächtige Figur hinter den Kulissen in dem sozialistischen Karibikstaat.

Mit dem Schritt erhöhen die USA den Druck auf die Regierung Kubas. US-Präsident Donald Trump hatte immer wieder eine mögliche »Übernahme« des Landes, das wirtschaftlich schwer angeschlagen ist, ins Spiel gebracht. Am Donnerstag erklärte der Republikaner, das Land sei »im Grunde schon zusammengebrochen«. Und weiter: »Wir werden uns darum kümmern, sobald wir fertig sind (mit dem Krieg gegen Iran, d. Red.).«

Der kubanische Präsident führt seit 2018 die Regierungsgeschäfte in Havanna. Er gilt als treuer Parteisoldat, der Stufe um Stufe die Karriereleiter erklommen hat und dann schließlich seinen politischen Ziehvater Raúl Castro an der Staatsspitze ablöste.

Führung in Havanna gibt sich kämpferisch

Während der Amtszeit von Díaz-Canel geriet Kuba in eine der schwersten Wirtschaftskrisen seit dem Sieg der Revolution 1959 mit dauernden Stromausfällen und massiven Versorgungsproblemen. Angesichts der jüngsten Drohungen aus Washington gab sich Díaz-Canel aber kämpferisch. »Meine Herren Imperialisten: Wir haben absolut keine Angst vor Ihnen«, sagte er.

  • Die Lage auf Kuba, erklärt an einem Sack Reis: Die Läden sind leer, Gas zum Kochen gibt es nicht. Nicht nur Trump und seine Ölblockade sind schuld an der Misere. Zur Reportage aus Cienfuegos, Kuba, geht es hier .

Auch auf die angekündigten Sanktionen hat Díaz-Canel mit Empörung reagiert. Er sprach von einem Zeichen der »Aggressivität und Perversion« der US-Regierung. Kuba werde sich dem »imperialistischen Feldzug widersetzen«, schrieb er  auf der Plattform X. Die Sanktionen hätten das Ziel, dem kubanischen Volk zu schaden.

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Der 2016 gestorbene Fidel Castro und sein Bruder Raúl waren die Anführer der Revolution, die die Regierung des Diktators Fulgencio Batista stürzte und ein sozialistisches Staatsmodell in Kuba etablierte. Zuletzt hatte die US-Regierung eine Klage gegen Raúl Castro angekündigt.

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Ihm wird eine Verwicklung in den Abschuss von zwei Flugzeugen einer exilkubanischen Organisation durch Kubas Luftwaffe im Jahr 1996 vorgeworfen, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Kritiker befürchten, dass diesem juristische Schritt eine militärische Intervention der USA wie zuletzt in Venezuela folgen könnte.

Seit Jahrzehnten sind die Beziehungen zwischen Washington und Havanna angespannt. Unter US-Präsident Donald Trump nahmen die Spannungen zuletzt nochmals zu. Mit einer Reihe von neuen Sanktionen und einer Ölblockade erhöhte Trump den Druck, um auf Kuba einen wirtschaftlichen und politischen Wandel im Interesse der USA zu forcieren.

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jok/dpa