»Es ist ein grauenvolles Verbrechen, ein Einhorn hinzuschlachten«, erklärt der Zentaur Firenze in »Harry Potter«: »Wenn man etwas so Reines meuchelt, hat man, sobald das Blut die Lippen benetzt, fortan ein halbes Leben. Ein verfluchtes Leben.« Das lernt man schon im ersten Teil in der Geschichte des Zauberschülers »Harry Potter und der Stein der Weisen«. Ob nun der, dessen Name nicht genannt werden darf, im hessischen Korbach sein Unwesen treibt, oder ob die unbekannten Täter schlicht Harry Potter nicht kennen, ist unklar. Sicher ist aber: Ein Einhorn wurde geköpft.
Das örtliche Wolfgang-Bonhage-Museum zeigt derzeit die Ausstellung »Fantastische Wesen: Zauber der Mythen und Sagen«. Als Blickfang stehe deswegen seit März die rund zwei Meter hohe Figur eines Einhorns vor dem Museum, sagte Museumsleiter Arnulf Scriba. Das schneeweiße Fabelwesen, Pferdegestalt und ein großes Horn auf dem Kopf, sei das beliebteste Fotomotiv in Korbach gewesen. Insbesondere Kinder hätten ihren Spaß mit der Figur gehabt und immer wieder den Schweif des Einhorns geflochten.
Schock in Korbach
Nun der Schock: In der Nacht zum Samstag wurde dem Einhorn von bislang unbekannten Tätern der Kopf mit einer Säge abgetrennt. Bislang hätten sich keine Zeugen gemeldet, sagte ein Polizeisprecher in Korbach. Es sei Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und Diebstahls erstattet worden.
Bei der mit weißem Kunstfell versehenen Hartschaumfigur handelt es sich laut Museumsleiter Scriba um die Leihgabe einer Firma. Insgesamt habe die Figur einen Wert von etwa 7000 Euro.
Das Einhorn soll bis zum Ausstellungsende am 14. Juni vor dem Museum stehen bleiben, zur Erklärung für den fehlenden Kopf wurde ein entsprechendes Schild angebracht. Ob die Figur einen neuen Kopf bekommen kann, muss noch geprüft werden.
Immerhin: Der Schweif des Einhorns ist noch vorhanden. Das Einhornhaar gilt in der Welt von Harry Potter als wichtige Kernsubstanz für Zauberstäbe. Die Polizei ist bei der Suche nach den Tätern trotzdem auf handfeste Hinweise angewiesen.
Gibt’s doch gar nicht? Schon Marco Polo sichtete es, Afrikareisende ebenfalls: Warum das Einhorn Jungfrauen mag und isländische Gauner reich machte, lesen Sie hier .
