Unter dem Motto »Gegen patriarchale Gewalt« sind in Köln mehrere Tausend Menschen auf die Straße gegangen, um gegen sexualisierte Gewalt zu demonstrieren. Die Versammlung ist laut Polizei am Rudolfplatz gestartet und hat sich anschließend über die Ringe bis zum Chlodwigplatz bewegt.
Die Organisatoren fordern einen besseren Schutz für Betroffene sowie intensivere Präventionsmaßnahmen. Die Proteste stehen im Kontext einer neu aufgeflammten gesellschaftlichen Debatte über Gewalt gegen Frauen.
Ähnliche Demonstrationen in anderen Städten
In den vergangenen Wochen hatte es bereits in verschiedenen deutschen Städten ähnliche Demonstrationen gegen digitale Gewalt gegeben, unter anderem in Hamburg, wo die Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes an einer Kundgebung teilnahm. Fernandes steht im Zentrum der aktuellen Diskussion.
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Der SPIEGEL berichtete über Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen: Sie beschuldigt ihn unter anderem, auf sozialen Medien täuschend echt aussehende Fakeprofile von ihr erstellt und darüber »Hunderte von Männern« kontaktiert zu haben. Ulmen soll sich als Fernandes ausgegeben und mit einigen Männern sexuelle Gespräche geführt sowie erotische Bilder und Videos verschickt haben. Das Material sollte offenbar den Eindruck erwecken, als handele es sich um authentische Aufnahmen seiner damaligen Frau.
Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Die Anwälte, die Ulmen seit der SPIEGEL-Veröffentlichung in der vergangenen Woche vertreten, sprechen im Kontext der Vorwürfe unspezifisch von »unwahren Tatsachen«. Am Freitag haben sie sich erstmalig in einer Pressemitteilung auch inhaltlich zu den Vorwürfen eingelassen.
Sie schreiben darin, dass Christian Ulmen zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Frau Fernandes oder anderen Personen hergestellt und/oder verbreitet habe.
Sie nehmen darin auch auf einen mutmaßlichen Gewaltvorfall in Palma de Mallorca im Januar 2023 Bezug. Es sei zu keinerlei einseitigen Gewalthandlungen und/oder Bedrohungen durch Christian Ulmen gekommen. Collien Fernandes äußerte sich ihrerseits über ihr Instagram-Profil und widersprach dieser Darstellung von Ulmens Medienrechtsanwälten.
