Sie hatten eigentlich ihr eigenes Klimaziel, nun haben sie sich doch dem Bund angeschlossen: Das Kabinett in München hat beschlossen, dass Bayern wie andere Bundesländer erst 2045 klimaneutral werden soll. Ihre eigene gesetzliche Festlegung, dieses Ziel bereits 2040 zu erreichen, wurde damit gekippt. Im Bundesgesetz ist das Klimaziel mit der Jahresmarke 2045 bereits seit 2021 verankert.
Es sei richtig, das bayerische Klimaziel nun mit dem des Bunds zu verschränken, sagte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) der Nachrichtenagentur dpa. Dabei hatte sich die bayerische Staatsregierung Ende 2022 noch ambitioniert gezeigt: Die erneuerbaren Energien sollten ausgebaut werden, der Bausektor sollte mithilfe des Projekts »Sustainable Bavaria« weniger klimaschädlich werden.
Ganz bewusst wollte der Freistaat damals auch früher als die anderen Bundesländer in Deutschland Klimaneutralität erreichen. 2021 hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der damaligen Hochwasserkatastrophe in einer Regierungserklärung gesagt, dass das Vorhaben machbar sei, auch wenn es »unsere ganze Kraftanstrengung verlangt«. Er mahnte an, dass es einen »Klimaruck« benötige.
Von dieser Ambition ist keine vier Jahre später nur noch ein Punkt übrig: Bei den Treibhausgasemissionen je Einwohner will Bayern weiterhin dauerhaft den bundesdeutschen Durchschnittswert unterschreiten. Die neue Zielzahl sei »sehr nah an der Ehrlichkeit«, sagte Umweltminister Glauber der dpa.
Die Entwicklung weg von der Klimaneutralität 2040 hatte sich bereits angedeutet. Seit Jahren zeigen Studien, dass die Anstrengungen in Bayern nicht ausreichen, um dieses Ziel rechtzeitig zu erreichen. Im März 2026 kam das Jahresgutachten des Basler Prognos-Instituts etwa erneut zu dem Schluss, dass der Ausbau der Stromnetze und der erneuerbaren Energien im Freistaat viel zu langsam vorangeht.

