SpOn 19.05.2026
15:53 Uhr

Kenia: Tote und Festnahmen bei Protesten gegen Spritpreise


Vier Tote, mehr als 30 Verletzte: Die Erhöhung der Spritpreise hat in Kenia eine schwere Krise ausgelöst. Hunderte Menschen wurden festgenommen. Nun will die Regierung auf Verhandlungen setzen.

Kenia: Tote und Festnahmen bei Protesten gegen Spritpreise

In Kenia hat es heftige Proteste gegen die gestiegenen Spritpreise gegeben, mehr als 700 Menschen sind festgenommen worden. Das teilt die Kriminalpolizei des ostafrikanischen Landes mit, nachdem es bei Demos am Montag zu schweren Ausschreitungen sowie gewaltsamen Polizeieinsätzen gekommen war.

Innenminister Kipchumba Murkomen sprach am Montag von vier Toten und mehr als 30 Verletzten. Es ist die schwerste Krise in dem Land mit rund 58 Millionen Einwohnern seit den Jugendprotesten im Jahr 2024.

Auslöser war eine vergangene Woche verkündete Erhöhung der Treibstoffpreise auf umgerechnet 1,61 Euro pro Liter Diesel und 1,42 Euro pro Liter Superbenzin in der Hauptstadt Nairobi. Die Anstiege um umgerechnet je 31 und 11 Cent pro Liter gehören zu den höchsten je verzeichneten Preiserhöhungen. Finanzminister John Mbadi verteidigte die Maßnahme als notwendige Reaktion auf die globale Wirtschaftslage in der Folge des Irankriegs.

Seit Beginn des Irankriegs hat die kenianische Regierung den Benzinpreis um 20 Prozent und den Dieselpreis um knapp 46 Prozent erhöht. Kenia ist wie viele andere afrikanische Länder von Treibstoffimporten aus der Golfregion abhängig. Das Land leidet daher stark unter der Blockade der für den weltweiten Öltransport wichtigen Straße von Hormus.

Transportunternehmer hatten wegen der Preiserhöhungen ab Sonntag zum Streik aufgerufen. Vor allem der Ausstand der von Pendlern genutzten Kleinbusse, als Matatus bekannt, legte Teile der Wirtschaft lahm. Viele Geschäfte und Schulen blieben geschlossen, Straßen in der Hauptstadt Nairobi und anderen Städten waren menschenleer. Demonstranten errichteten am Rande von Nairobi Straßensperren und legten Feuer, um den Verkehr lahmzulegen, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Die Proteste seien »von politischen Akteuren für politische Zwecke missbraucht worden«, sagte Innenminister Murkomen.

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Vertreter der Regierung und des Transportsektors verkündeten am Dienstag gemeinsam, den Streik für Verhandlungen eine Woche lang auszusetzen. Die Regierung werde den Anliegen Gehör schenken, dafür seien aber friedliche und legale Mittel nötig, sagte Innenminister Murkomen. Die Energiebehörde senkte den Dieselpreis am Montagabend wieder um umgerechnet sechs Cent.

esk/AFP/dpa