Seit mehreren Tagen läuft das Drama um den undichten Chemikalientank im kalifornischen Garden Grove, mit massiven Auswirkungen für die Bevölkerung. Nach der Evakuierung von rund 50.000 Menschen besteht nach Behördenangaben die Hoffnung, dass eine folgenschwere Explosion vermieden werden kann.
Da der undichte Chemikalientank anscheinend einen Riss aufweise, könnten der Druck in dem Behälter und damit auch die Explosionsgefahr sinken, sagte TJ McGovern von der Feuerwehr von Orange County (südlich von Los Angeles) in einem am Sonntag auf X veröffentlichten Video.
Demnach hatten sich Feuerwehrleute dem Tank in der Nacht zu Sonntag genähert und ihn so genauer inspizieren können. Die daraus gewonnene Erkenntnis, dass es offenbar einen Riss in dem Chemikalientank gibt, rücke die Lage in ein »positives Licht«, erklärte McGovern.
🚨#BREAKING: Update on critical incident operations from TJ McGovern, Deputy Fire Chief for the Orange County Fire Authority.
— The Globe & News (@TheGlobeNewt) May 24, 2026
We built a team with subject matter experts. We developed a plan to go do an operation last night, late night, to get eyes and do a mission on the tank.… https://t.co/LNyXKbXj1u pic.twitter.com/UuQXK7vrbU
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Was genau an einem Riss in einem ohnehin undichten Tank »positiv« zu bewerten ist, verriet McGovern nicht im Detail. Das weitere Vorgehen müsse noch genau geprüft werden.
Am Donnerstag war festgestellt worden, dass der Chemikalientank undicht ist. Die Feuerwehr warnte in der Folge, es bestehe die Gefahr, dass entweder »bis zu 26.000 Liter hochgefährlicher Chemikalien auf den angrenzenden Parkplatz laufen«, oder aber der Behälter explodiere, wobei er vermutlich auch umliegende Tanks in Mitleidenschaft ziehen würde, die ebenfalls Chemikalien oder Kraftstoffe enthalten.
Feuerwehrleute kühlen den Tank mit Wasser
Foto: Ethan Swope / AP PhotoAngesichts der gefährlichen Lage hatte Gouverneur Gavin Newsom den Notstand für den betroffenen Bezirk Orange County ausgerufen. Die Einsätze der kalifornischen Behörden, das Explosionsrisiko zu mindern oder zu beseitigen, liefen weiter, schrieb Newsom auf der Plattform X weiter. Mit dem Ausrufen des Notstandes kann der Bundesstaat nun auf mehr Hilfe und Geld der US-Regierung in Washington hoffen.
I’m proclaiming a state of emergency in Orange County as California continues to respond to the hazardous chemical incident in Garden Grove.@Cal_OES has been mobilized for over 24 hours and state agencies are supporting impacted communities to protect public safety, and assist… pic.twitter.com/pOLZWkX0vD
— Governor Gavin Newsom (@CAgovernor) May 23, 2026
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Der undichte Tank enthält Methacrylsäuremethylester, auch als Methylmethacrylat oder MMA bekannt – eine flüchtige und entzündliche Flüssigkeit, die zur Herstellung von Kunststoffen verwendet wird. Laut der US-Umweltbehörde EPA verursacht die Chemikalie beim Menschen Reizungen der Haut, Augen und Schleimhäute. Außerdem kann sie zu neurologischen und Atemproblemen führen.
In Disneyland geht der Betrieb erst mal weiter
Wegen der Gefahren wurden Zehntausende Anwohner aufgefordert, ihre Häuser und das Gebiet zu verlassen. Am Sonntag durften sie weiter nicht nach Hause zurückkehren. Der Eigentümer des Chemikalientanks, das britische Luftfahrtunternehmen GKN Aerospace, bat die Menschen um Entschuldigung »für die anhaltende Beeinträchtigung« ihres Alltags.
Die Gefahrenstelle ist nur knapp zehn Kilometer vom Freizeitpark Disneyland entfernt. Die Parkverwaltung erklärte, Disneyland bleibe für Besucher geöffnet, während sie die Entwicklungen in Garden Grove genau verfolge.
EPA-Chef Lee Zeldin sagte dem Nachrichtensender CNN am Sonntag, eine Explosion des undichten Tanks und weiterer Chemikalienbehälter sei »das katastrophalste Szenario« und wegen dieses Risikos sei die Massenevakuierung angeordnet worden. Wahrscheinlicher sei allerdings das Szenario, dass die Chemikalie aus dem undichten Tank langsam austrete und die Einsatzkräfte die Gefahr daher »beobachten, neutralisieren und eindämmen« könnten.
