Die Hochgeschwindigkeitszüge Shinkansen zählen zum Stolz der Hightechnation Japan. Sie gelten als Symbol für Japans Wiederaufbau und Innovation in der Nachkriegszeit, sie verbinden die großen Städte des Landes, gelten als pünktlich und sicher. Einige Modelle erreichen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern pro Stunde.
Doch zuletzt gingen die Fahrgastzahlen zurück. Deshalb führen Japans Betreiber von Hochgeschwindigkeitszügen nun Frachtdienste ein, wie die »Financial Times« berichtet . Am Montag nahm das Unternehmen JR East den ersten Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug in Betrieb, der nur Waren statt Passagiere transportiert . Er bringt seine Fracht von Morioka, der Hauptstadt der Präfektur Iwate im Nordosten Japans, nach Tokio.
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Dafür wurde ein Personenzug der E3-Serie umgebaut. Er befördert auf jeder Fahrt bis zu 1000 Kisten mit Waren und kann insgesamt bis zu 17,4 Tonnen tragen.
JR East Fracht transportiert unter dem Markendienst »Hako-byun« bereits Passagiere und Fracht in Shinkansen-Zügen. »Angesichts des Bevölkerungsrückgangs in Japan ist es schwierig, sich allein auf die Einnahmen aus dem Personenverkehr zu verlassen«, zitierte die »Financial Times« den Berater Kei Yazaki vom Nomura Research Institute.
Hochgeschwindigkeits-Güterzüge sollen zunächst hochwertige oder zeitkritische Sendungen befördern, etwa frische Lebensmittel wie Muscheln, medizinische Proben und Maschinenteile. Die Betreiber hoffen aber, dass sie das Warensortiment erweitern können, wenn die Beförderung günstiger wird.
In Deutschland fungieren IC- und ICE-Züge mitunter als Kurier. An Bord haben sie etwa Datenträger, Koffer, Dokumente, Filme, Werkzeug oder mit Trockeneis gekühlte Proben, wie der Dienstleister time:matters, eine Lufthansa-Cargo-Tochter, auf seiner Website schreibt.
