An italienischen Schulen darf Sexualkunde nur noch mit ausdrücklicher Zustimmung der Eltern unterrichtet werden. Grund ist ein neues Gesetz. Es wurde mit der Mehrheit der rechten Koalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Rom nach der Abgeordnetenkammer jetzt auch vom Senat gebilligt. An Kindergärten und in Grundschulen ist Sexualkunde damit künftig sogar grundsätzlich verboten.
Die Regelung soll nach den Sommerferien im September in Kraft treten. Der Beschluss ist umstritten. Im Unterschied zu anderen europäischen Ländern ist Sexualkunde in Italien bislang kein fester Bestandteil des Unterrichts. Eine klare Regelung gab es bislang nicht.
Angebliche »Gender-Propaganda«
Die rechte Koalition begründet ihren Beschluss damit, dass die Entscheidung über die Teilnahme an Sexualkunde letztlich bei den Eltern liegen müsse. Bildungsminister Giuseppe Valditara von der rechtspopulistischen Partei Lega redete von »Gender-Propaganda«. »Wir geben den Eltern wieder eine Stimme in Fragen der Geschlechtsidentität ihrer minderjährigen Teenager.« Aus der Opposition hingegen kam Kritik, dass Kinder aus ideologischen Gründen mit Fragen zur Sexualität allein gelassen würden.
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Im Detail sieht das Gesetz vor, dass Schulen mindestens eine Woche vor Beginn des Unterrichts eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern einholen müssen. Dazu sollen sie mindestens einen Monat zuvor Unterlagen über Unterrichtsziele und unterrichtende Lehrer beziehungsweise Experten bekommen. Volljährige Schüler können selbst ihre Einwilligung geben. Über Risiken durch sexuell übertragbare Krankheiten soll im Biologieunterricht aufgeklärt werden.
