Seine Zeit ist bald abgelaufen: Steffen Seibert wird dieses Jahr planmäßig den Posten als deutscher Botschafter in Israel räumen. Kurz vor Ende seiner Amtszeit ist der ehemalige Pressesprecher von Altkanzlerin Angela Merkel schwer angegangen worden – von Gideon Sa’ar, dem israelischen Außenminister.
Der Grund: Eine Botschaft bei X. Seibert hatte den Tod eines israelischen Avocadofarmers beklagt, der von der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah getötet worden war, ebenso wie die mehr als Hundert verletzten Israelis in Arad und Dimona durch iranischen Beschuss. Zudem hatte er darauf hingewiesen, dass im Schatten des Zweifrontenkrieges israelische Siedler im Westjordanland nach dem Tod einer der ihren wüten, die Angriffe auf Palästinenser immer öfter und immer brutaler werden. Daraufhin kanzelte Sa'ar den deutschen Botschafter ab – und erklärte, es sei gut, dass bald dessen Nachfolger komme. Hierbei handelt es sich um FDP-Mann Graf Lambsdorff, der bislang den deutschen Botschafterposten in Moskau innehat.
Ambassador Seibert finds it very difficult to condemn attacks against Israelis without bringing up the Palestinians.
— Gideon Sa'ar | גדעון סער (@gidonsaar) March 22, 2026
His obsession with Jews living in Judea and Samaria prevents him from even condemning the death of a Jew caused by a Palestinian.
Good to know that a new… https://t.co/w5pYWhplYr
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Israelische Siedler haben am Sonntag nach palästinensischen Medienberichten erneut Dörfer im besetzten Westjordanland angegriffen:
Im Umkreis der Städte Dschenin und Nablus seien Häuser und Fahrzeuge in Brand gesetzt worden. Es sei erheblicher Sachschaden entstanden.
In einem Dorf südlich von Nablus sei das Gebäude des Dorfrats in Brand gesetzt worden.
Nach Angaben der palästinensischen Hilfsorganisation Roter Halbmond wurden bei den verschiedenen Vorfällen insgesamt sieben Palästinenser verletzt.
Seit Beginn des Gazakriegs vor zweieinhalb Jahren ist es im Westjordanland zu einem erheblichen Anstieg von Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser und ihren Besitz gekommen. Den israelischen Sicherheitskräften, Armee wie Inlandsgeheimdienst Schin Bet, wird immer wieder vorgeworfen, sie gingen nicht entschlossen genug gegen das Phänomen vor oder stellten sich sogar auf die Seite der aggressiven Siedler. Der israelische Generalstabschef Eyal Zamir hatte die Angriffe radikaler Siedler auf Palästinenser in dieser Woche als »moralisch und ethisch inakzeptabel« verurteilt.
Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ostjerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ostjerusalem als Hauptstadt.
