SpOn 25.04.2026
13:29 Uhr

Iran provoziert vor Pakistan-Gesprächen mit angeblich verbliebenem Raketenarsenal


»Der Feind« suche nach einem »gesichtswahrenden« Ausweg: Das Regime in Teheran inszeniert vor neuen Gesprächen in Islamabad seine vermeintliche militärische Stärke. Die Rüstungsindustrie sei intakt, heißt es.

Iran provoziert vor Pakistan-Gesprächen mit angeblich verbliebenem Raketenarsenal

Das Regime in Teheran hat vor neuen Gesprächen in Pakistan über ein Ende des Kriegs mit seinen militärischen Fähigkeiten geprahlt. »Unsere militärische Stärke ist heute eine dominierende Kraft«, zitiert die iranische Nachrichtenagentur Isna einen Sprecher des Außenministeriums. »Und der Feind sucht nach einer gesichtswahrenden Möglichkeit, dem Morast des Kriegs zu entkommen, in dem er gefangen ist.«

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi ist am Freitag in Islamabad eingetroffen. Am Samstag werden die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in der pakistanischen Hauptstadt erwartet. Pakistan vermittelt im Irankrieg. Bereits vor rund zwei Wochen richtete die pakistanische Regierung Gespräche über ein Ende des Konflikts aus. Laut iranischen Staatsmedien sind nun aber keine direkten Verhandlungen zwischen Vertretern von Iran und den USA geplant.

Die USA und Israel hatten bei ihren Angriffen seit dem 28. Februar insbesondere iranische Raketenfabriken und Abschussrampen zum Ziel erklärt . Nun behauptet das Regime in Teheran: Die Rüstungsindustrie setzt ihre Arbeit fort. 900 Unternehmen würden mit den Streitkräften und dem Verteidigungsministerium zusammenarbeiten, sagte ein Sprecher des Ministeriums laut der Nachrichtenagentur Tasnim. Mehr als 1000 Waffentypen würden aktuell im Land hergestellt, darunter Raketen und Drohnen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Anfang April gingen die US-Geheimdienste wohl davon aus, dass noch etwa die Hälfte der Raketenabschussrampen Irans intakt sei. Das berichtete  der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf drei mit den Erkenntnissen vertraute Quellen. Die Amerikaner hatten es da laut einer Recherche der Nachrichtenagentur Reuters erst geschafft, ein Drittel des iranischen Raketenarsenals zu zerstören. Da die Waffen häufig unter der Oberfläche lagern, seien sie schwer zu treffen.

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Eine Sprecherin des Weißen Hauses hatte den CNN-Bericht zu Irans Waffenarsenal dementiert: »Anonyme Quellen wollen verzweifelt Präsident Trump angreifen und die unglaubliche Arbeit unseres US-Militärs bei der Erreichung der Ziele der Operation ›Epic Fury‹ herabwürdigen.« Die einzige Hoffnung für das iranische »Terrorregime« sei, ein Abkommen mit den USA zu schließen.

Das vorläufige Ende der Kampfhandlungen ist für viele Iraner kein Grund zum Jubel: Das Regime sperrt das Internet, lässt die Bevölkerung verarmen und hat sogar während des Kriegs zahllose Menschen hingerichtet. Was den Menschen in Iran gerade Angst macht, lesen Sie hier .

jml/dpa/AFP