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Überblick: Das ist die aktuelle Lage in Nahost
- Donald Trumps Ultimatum läuft: Er gibt Iran Zeit bis Dienstagmorgen (MEZ), um die Straße von Hormus wieder vollständig zu öffnen – sonst würden die USA Kraftwerke zerstören.
- Iran reagiert mit Gegendrohungen: Man werde in diesem Fall US-Energieanlagen in der Region angreifen und die Meerenge komplett schließen.
- Israel greift derweil weiter Ziele in Iran an und rechnet damit, dass sich der Krieg noch wochenlang hinzieht.
- Gleichzeitig kündigt Israel eine Ausweitung der Bodenoffensive im Libanon an.
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- Mutmaßlicher Angriff auf Stützpunkt im Indischen Ozean: Reichen Irans Raketen bis nach Deutschland?
- Drei Experten, drei große Fragen – so könnte es in Iran weitergehen
- Rekonstruktion einer Eskalation: So stolperten die USA in den Krieg gegen Iran
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IEA warnt vor womöglich schwerster Energiekrise seit Jahrzehnten
Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, hat angesichts des Irankriegs vor der womöglich schwersten Energiekrise seit Jahrzehnten gewarnt. Während der zwei aufeinanderfolgenden Ölkrisen in den Siebzigerjahren habe die Welt »jeweils etwa fünf Millionen Barrel Erdöl pro Tag verloren«, sagte Birol dem nationalen Presseklub im australischen Sydney. »Bis heute haben wir elf Millionen Barrel pro Tag verloren, also mehr als zwei große Ölschocks zusammengenommen.«
Birol sprach außerdem angesichts der Blockade der für den weltweiten Seehandel wichtigen Straße von Hormus von einer »großen Bedrohung« für die Weltwirtschaft. »Kein Land wird von den Auswirkungen dieser Krise verschont bleiben, wenn sie sich weiter in diese Richtung entwickelt«, sagte er. Daher seien globale Anstrengungen erforderlich. »Ich hoffe sehr, dass dieses Problem so bald wie möglich gelöst wird.«
Seit Beginn des Irankriegs am 28. Februar ist die von den iranischen Revolutionswächtern kontrollierte Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports passiert, faktisch gesperrt. Die Blockade sowie auch iranische Angriffe auf Öl- und Gasanlagen in der Golfregion ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen. (In diesem Video erfahren Sie mehr über die Bedeutung der Handelsroute.)
Als Reaktion auf die Preissteigerungen beschloss die IEA Mitte März, 426 Millionen Barrel Öl ihrer Notvorräte freizugeben. Es ist die sechste Freigabe strategischer Reserven in der Geschichte der vor mehr als 50 Jahren gegründeten IEA und die bislang größte. Birol erklärte nun, die IEA erwäge die Freigabe weiterer Ölreserven. Man berate sich dazu mit Regierungen in Asien und Europa.
- Mehr Hintergründe hier: Auf diese Pipeline kommt es jetzt an
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Keir Starmer bereitet sich auf Iran-Krisensitzung vor
Der britische Premierminister hat mit US-Präsident Donald Trump telefoniert, dabei ging es hauptsächlich über die Lage im Nahen Osten. Heute will Keir Starmer ein Krisentreffen zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Irankriegs leiten. An der Sitzung werden Regierungsangaben zufolge unter anderem Finanzministerin Rachel Reeves und der Chef der Bank of England, Andrew Bailey, teilnehmen. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen die Energiesicherheit, die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten sowie die Folgen der Krise für Familien und Unternehmen.
Großbritannien beobachtet die Lage im Nahen Osten mit besonderer Besorgnis: Das Land ist stark von Erdgasimporten abhängig. Der britische Wirtschaftsminister Peter Kyle forderte bereits wenige Tage nach Kriegsbeginn, die Anstrengungen für mehr Wind- und Solarkraftwerke zu verdoppeln.
Großbritannien beobachtet die Lage im Nahen Osten mit besonderer Besorgnis: Das Land ist stark von Erdgasimporten abhängig. Der britische Wirtschaftsminister Peter Kyle forderte bereits wenige Tage nach Kriegsbeginn, die Anstrengungen für mehr Wind- und Solarkraftwerke zu verdoppeln.
- Mehr dazu, wie der Irankrieg die Energiepolitik in vielen Ländern umwälzt, erfahren Sie hier.
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Israel will Bodeneinsatz im Libanon ausweiten
Israels Armee hat eine Ausweitung ihrer Bodeneinsätze gegen die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon angekündigt. »Der Einsatz gegen die Terrororganisation Hisbollah hat gerade erst begonnen«, erklärte Armeechef Ejal Samir. Es handele sich einen »langwierigen Einsatz«. Die Armee bereite sich nun darauf vor, »die gezielten Bodeneinsätze und Angriffe entsprechend einem organisierten Plan voranzutreiben«.
Ein Armeesprecher ergänzte, die Ausweitung der Bodeneinsätze werde in der kommenden Woche beginnen. Der libanesische Präsident Joseph Aoun hatte angesichts einer neuen israelischen Angriffswelle auf Stellungen der Hisbollah-Miliz zuvor vor einer israelischen Bodenoffensive im Süden des Landes gewarnt.
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Luftangriffe auf pro-iranische Miliz im Irak
Eine proiranische Miliz im Irak ist am Sonntag zum Ziel von Luftangriffen geworden. Bei den Angriffen seien Stellungen des Netzwerks Hasched al-Schaabi südlich von Bagdad attackiert worden, teilten die örtlichen Behörden mit. Verletzt worden sei niemand.
Auch der Flughafen in Bagdad wurde am Sonntag erneut angegriffen. Die Angriffe richteten sich nach Angaben eines irakischen Sicherheitsvertreters wie schon in der Nacht zum Sonntag gegen ein diplomatisches und logistisches Zentrum der USA am internationalen Flughafen der irakischen Hauptstadt. Es seien vier Explosionen zu hören gewesen. In der Nacht waren demnach mehrere Raketen in der Nähe der US-Einrichtungen eingeschlagen.
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Israels Militär rechnet noch mit wochenlangen Kämpfen
Das israelische Militär geht davon aus, dass die Kämpfe gegen Iran und die Hisbollah-Miliz noch Wochen andauern werden. Zu den schweren Treffern iranischer Raketen im Süden Israels erklärte ein Militärsprecher, es seien zwar mehr als 90 Prozent der anfliegenden Raketen abgefangen worden – die Luftverteidigung biete jedoch keinen hundertprozentigen Schutz.
Derzeit werde untersucht, warum die Abwehrsysteme am Samstagabend iranische Raketen nicht abfangen konnten. Bei den Angriffen auf die Städte Arad und Dimona waren mehr als 160 Menschen verletzt worden.
Derzeit werde untersucht, warum die Abwehrsysteme am Samstagabend iranische Raketen nicht abfangen konnten. Bei den Angriffen auf die Städte Arad und Dimona waren mehr als 160 Menschen verletzt worden.
Von iranischer Rakete zerstörtes Gebäude in Dimona (Israel). Foto: Ariel Schalit/AP/dpa
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Schah-Sohn Pahlavi fordert von Trump Umdenken bei Hormus-Ultimatum
Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs und Galionsfigur der iranischen Opposition, hat angesichts des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump zur Straße von Hormus ein Umdenken gefordert. Trump solle dies überdenken und die zivile Infrastruktur bei Angriffen auf die islamische Führung in Iran verschonen, forderte Pahlavi auf X. »Das Regime muss demontiert werden, Iran selbst aber geschützt bleiben«, erklärte Pahlavi.
Er appellierte an Trump, zwar weiterhin gezielt die Strukturen der islamischen Herrschaft anzugreifen – nicht aber jene zivile Infrastruktur, die dem iranischen Volk gehöre und für den Wiederaufbau eines freien Irans unverzichtbar sei. »Iran ist nicht die Islamische Republik«, so Pahlavi.
Er appellierte an Trump, zwar weiterhin gezielt die Strukturen der islamischen Herrschaft anzugreifen – nicht aber jene zivile Infrastruktur, die dem iranischen Volk gehöre und für den Wiederaufbau eines freien Irans unverzichtbar sei. »Iran ist nicht die Islamische Republik«, so Pahlavi.
Sowohl er als auch die monarchistische Opposition im Exil standen bislang weitgehend auf einer Linie mit Trump und Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu. Trump drohte Teheran in der Nacht zum Sonntag (MEZ) mit der Zerstörung iranischer Energieanlagen, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und »ohne Drohungen« öffnen.
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Wann Trumps 48-Stunden-Ultimatum genau abläuft
Donald Trump hat Iran ultimativ aufgefordert, die Straße von Hormus nicht länger für den Schiffsverkehr zu blockieren. Sollte Iran die Meerenge nicht wieder öffnen, »werden die USA seine verschiedenen Kraftwerke angreifen und zerstören«, hatte Trump in einer Nachricht auf seinem Onlinedienst Truth Social gedroht.
Trumps Erklärung wurde am Samstag um 20.44 Uhr (Ortszeit, Sonntag 1.44 Uhr MEZ) veröffentlicht. Das Ultimatum gelte »ab genau diesem Zeitpunkt«, schrieb er. Demnach läuft die Frist am Dienstag um 1.44 Uhr MEZ ab. Die US-Streitkräfte würden dann zuerst das größte iranische Kraftwerk angreifen, drohte Trump.
Trumps Erklärung wurde am Samstag um 20.44 Uhr (Ortszeit, Sonntag 1.44 Uhr MEZ) veröffentlicht. Das Ultimatum gelte »ab genau diesem Zeitpunkt«, schrieb er. Demnach läuft die Frist am Dienstag um 1.44 Uhr MEZ ab. Die US-Streitkräfte würden dann zuerst das größte iranische Kraftwerk angreifen, drohte Trump.
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Chef der Internationalen Atomenergiebehörde setzt auf neue Verhandlungen
»Selbst in der dunkelsten Stunde dürfen wir niemals die Hoffnung verlieren«: Trotz der eskalierenden Gewalt und der gegenseitigen Angriffe setzt Rafael Grossi, Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), auf neue Gespräche zwischen den Kriegsgegnern Iran und USA.
Weitere Verhandlungen über das iranische Atomprogramm seien trotz des Kriegs »unumgänglich«, sagte Grossi im Interview mit dem US-Sender CBS News. Das iranische Atomprogramm sei durch die Angriffe zwar zurückgeworfen worden, doch die grundlegenden Kenntnisse, die es in Iran gebe, könne man nicht wegbomben: »Sie besitzen die Fähigkeiten, das Wissen und die industriellen Ressourcen. Deshalb müssen wir zurück an den Verhandlungstisch.«
Auf die Frage, woher er seine Hoffnung auf solche Gespräche nehme, antwortete der Atomexperte, er habe »im Weißen Haus und auch mit Iran wichtige Gespräche geführt. Es bestehen Kontakte, und wir hoffen, diese Verbindung wiederherstellen zu können.«
Weitere Verhandlungen über das iranische Atomprogramm seien trotz des Kriegs »unumgänglich«, sagte Grossi im Interview mit dem US-Sender CBS News. Das iranische Atomprogramm sei durch die Angriffe zwar zurückgeworfen worden, doch die grundlegenden Kenntnisse, die es in Iran gebe, könne man nicht wegbomben: »Sie besitzen die Fähigkeiten, das Wissen und die industriellen Ressourcen. Deshalb müssen wir zurück an den Verhandlungstisch.«
Auf die Frage, woher er seine Hoffnung auf solche Gespräche nehme, antwortete der Atomexperte, er habe »im Weißen Haus und auch mit Iran wichtige Gespräche geführt. Es bestehen Kontakte, und wir hoffen, diese Verbindung wiederherstellen zu können.«
IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi. Foto: Sergei Savostyanov/TASS / action press
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Trump attackiert Israels Präsidenten: »ein jämmerlicher Kerl«
US-Präsident Donald Trump ist bekannt dafür, regelmäßig mit Journalistinnen und Journalisten zu telefonieren. Nun hat er offenbar auch mit Libby Blanca Alon vom rechtsextremen israelischen Sender »Channel 14« gesprochen – und heftig gegen Israels Präsident Isaac Herzog ausgeteilt: Dieser sei »ein Lügner«, giftete Trump, wie die Reporterin auf X schrieb.
Donald Trump mit Isaac Herzog (M.), rechts im Bild Benjamin Netanyahu. Foto: Evan Vucci/AP
Herzog habe ihm »mehrmals versprochen«, Israels Premierminister Benjamin Netanyahu zu begnadigen, »aber er hat es nie getan. Er hat mich angelogen«, so Trump demnach über Herzog. Der israelische Präsident sei »ein schwacher Mensch und ein jämmerlicher Kerl, weil er es nicht getan hat, kein Anführer.«
Gegen Netanyahu laufen derzeit sowohl ein umfangreicher Korruptionsprozess in Israel als auch ein Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zusammenhang mit Israels Kampf gegen die Hamas im Gazastreifen. »Bibi sollte sich auf den Krieg konzentrieren, nicht auf so einen Unsinn«, sagte Trump dem X-Beitrag zufolge über Netanyahu, dessen Spitzname »Bibi« ist.
Gegen Netanyahu laufen derzeit sowohl ein umfangreicher Korruptionsprozess in Israel als auch ein Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zusammenhang mit Israels Kampf gegen die Hamas im Gazastreifen. »Bibi sollte sich auf den Krieg konzentrieren, nicht auf so einen Unsinn«, sagte Trump dem X-Beitrag zufolge über Netanyahu, dessen Spitzname »Bibi« ist.
In dem Telefonat soll es auch um einen möglichen Besuch Trumps in Israel gegangen sei. Auf die Frage, ob der US-Präsident plane, zum Unabhängigkeitstag im April nach Israel zu reisen, um den Israel-Preis entgegenzunehmen, sagte Trump demnach: »Ja, sieht so aus.«
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Liebe Leserinnen und Leser,
der US-israelische Krieg gegen Iran geht in die vierte Woche. Der SPIEGEL begleitet die Ereignisse weiterhin mit einem Liveblog. Wir berichten aus dem Hamburger Newsroom und unseren Korrespondentinnen- und Korrespondentenbüros weltweit. Was zuvor geschah, können Sie hier nachlesen.
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