Der internationale Flughafen in Teheran hat am Samstag Auslandsflüge wieder aufgenommen. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna und der Staatssender Irib bestätigten den Abflug der ersten Maschinen vom Imam-Khomeini-Flughafen nach Istanbul (Türkei), Maskat (Oman) und Medina (Saudi-Arabien). Insbesondere die Verbindung nach Medina ermöglicht gläubigen Muslimen wieder die Pilgerreise in die heilige Stadt Mekka.
Zuvor war der iranische Luftraum für den zivilen internationalen Verkehr faktisch gesperrt, nachdem am 28. Februar direkte militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und Iran ausgebrochen waren. Westliche Fluggesellschaften umflogen die Region seitdem weiträumig. Die Wiedereröffnung folgt nun auf eine Waffenruhe zwischen den USA und Iran, die am 8. April 2026 unter Vermittlung Pakistans vereinbart wurde.
Bereits am 20. April hatte die iranische Luftfahrtbehörde den Flughafen in Maschhad im Nordosten des Landes für internationale Verbindungen freigegeben. Dies sollte das Drehkreuz in Teheran entlasten.
Trotz der Öffnung meiden europäische Fluggesellschaften wie die Lufthansa Group den iranischen Luftraum weiterhin. Als Gründe werden die instabile Lage im Nahen Osten und eine erhöhte Gefährdung der zivilen Luftfahrt angegeben.
Hamid Reza Sanei, der stellvertretende Chef der zivilen Luftfahrtbehörde, hatte nach Angaben der »Financial Times« (FT) im Staatsfernsehen am Mittwoch gesagt, die meisten Flughäfen des Landes seien durch Bombardements beschädigt worden, mal die Start- und Landebahnen, mal die Gebäude; es sei aber möglich, die Schaden zu beheben.
Er sprach davon, dass vier Tower direkt getroffen worden seien, ebenso wurden offenbar zwölf zivil genutzte Radarsysteme und eine Vielzahl an Navigationssystemen beschädigt. Auch sollen zahlreiche Flugzeuge der zivilen Flotte zerstört worden sein. Bereits vor dem Krieg galt die zivile wie militärische Luftfahrt Irans aufgrund der jahrelangen Sanktionen als veraltet.
