SpOn 04.05.2026
05:44 Uhr

Iran-Krieg: Donald Trump plant Einsatz in Straße von Hormus - »Project Freedom«


Die USA wollen ab Montag offenbar feststeckende Schiffe aus der Meerenge am Persischen Golf geleiten. Nähere Details zu der geplanten Aktion nannte der US-Präsident nicht. Iran warnt vor einem Verstoß gegen die Waffenruhe.

Iran-Krieg: Donald Trump plant Einsatz in Straße von Hormus - »Project Freedom«

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass die Vereinigten Staaten ab Montag eine Initiative starten wollen, um in der Straße von Hormus feststeckende Schiffe zu befreien. In einem Beitrag  auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, Länder aus der ganzen Welt hätten die USA darum gebeten, ihnen dabei zu helfen, ihre Schiffe zu befreien.

»Zum Wohle Irans, des Nahen Ostens und der Vereinigten Staaten haben wir diesen Ländern mitgeteilt, dass wir ihre Schiffe sicher aus diesen blockierten Wasserstraßen herausführen werden«, damit sie ihre Geschäfte unbehindert fortführen könnten, schrieb Trump. Es handele sich dabei größtenteils um Schiffe aus Regionen der Welt, die nicht in den Irankrieg verwickelt seien. Wie genau die USA vorgehen wollen, erklärte er in seinem Post nicht.

»Ich bin mir voll und ganz bewusst, dass meine Vertreter sehr positive Gespräche mit Iran führen.«

US-Präsident Trump

Trump bezeichnete die Initiative als »Projekt Freiheit«, das beginnen werde, wenn im Nahen Osten Montagmorgen ist. Mögliche Störungen des Einsatzes würden nicht hingenommen, warnte er: Sollte es dazu kommen, müsse darauf »mit Härte« reagiert werden.

Die geplante Aktion bezeichnete Trump als »humanitäre Geste«: Auf einigen der betroffenen Schiffe würden Lebensmittel knapp, ebenso andere Dinge, die für gesunde und hygienische Zustände an Bord notwendig seien.

Zugleich verwies der US-Präsident auf »sehr positive Gespräche« mit Iran, die zu einer für alle Seiten günstigen Entwicklung führen könnten. Auch in diesem Fall nannte er keine Details. Nicht einmal 24 Stunden zuvor hatte sich Trump mit Blick auf die Verhandlungen mit Iran noch skeptisch geäußert (mehr dazu hier).

US-Präsident Trump vor der »Air Force One« (am 2. Mai)

US-Präsident Trump vor der »Air Force One« (am 2. Mai)

Foto: Matt Rourke / AP

Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom teilte bei X mit , dass US-Streitkräfte Trumps Initiative unterstützen würden. Konkret sollen demnach Lenkwaffenzerstörer, mehr als hundert Fluggeräte, unbemannte Plattformen sowie 15.000 Soldaten das »Projekt Freiheit« unterstützen. Was ihre konkrete Aufgabe sein soll, wurde nicht erläutert.

Offenbar keine Eskorten durch US-Kriegsschiffe geplant

Das »Wall Street Journal« berichtete unter Berufung auf zwei hochrangige US-Beamte, dass es sich bei dem Projekt um die Einrichtung einer Koordinierungsstelle zur Regelung des Schiffsverkehrs durch die Meerenge handeln soll. Aktuell sieht die Initiative demnach nicht vor, dass Kriegsschiffe der US-Marine Schiffe durch die Straße von Hormus eskortieren.

Trumps jüngster Plan ziele darauf ab, Minen zu orten und diese Informationen an Schiffe weiterzugeben, die die Meerenge passieren, damit sie diese Gefahren umgehen könnten, berichtete die Zeitung. Auch abgesehen davon sollten allgemein die sichersten Routen für die Schifffahrt ermittelt werden.

Reporter Barak Ravid vom US-Nachrichtenportal »Axios« berichtete Ähnliches: Der Einsatz ‌in der Straße von Hormus sehe nicht zwingend vor, dass Kriegsschiffe der US-Marine Handelsschiffe direkt eskortierten, schrieb er bei X  und berief sich dabei auf die Angaben von zwei US-Beamten. Die US-Schiffe würden ​sich jedoch »in der Nähe« aufhalten. Damit solle im Bedarfsfall verhindert werden, dass das ⁠iranische ⁠Militär Handelsschiffe bei der Durchfahrt durch die Meerenge angreift.

So reagiert Iran

Teheran verbat sich US-Aktionen in der Meerenge. »Jede amerikanische Einmischung in die neuen Seeverkehrsregelungen in der Straße von Hormus wird als Verstoß gegen die Waffenruhe angesehen«, erklärte der Vorsitzende des iranischen Parlamentsausschusses für nationale Sicherheit, Ebrahim Azizi, bei X . Die Straße von Hormus und der Persische Golf würden nicht durch »Trumps wahnhafte Beiträge gesteuert«.

Im Irankrieg herrscht derzeit eine Waffenruhe, die Trump einseitig und ohne zeitliche Begrenzung verlängert hat. Gespräche über eine dauerhafte Lösung des Konflikts stocken.

In den Verhandlungen mit Teheran drängen die USA seit Längerem auf eine Öffnung der von Teheran weitgehend blockierten Straße von Hormus – bislang allerdings ohne Erfolg: Die Schifffahrt in der für den weltweiten Ölhandel zentralen Meerenge ist weiterhin stark eingeschränkt. Iran hat nach dem von den USA und Israel begonnenen Krieg mit Attacken und Drohungen die Schifffahrt durch die wichtige Meerenge weitgehend zum Erliegen gebracht. Die USA haben wiederum eine Seeblockade gegen Schiffe verhängt, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.

Neuer Angriff auf Schiff in der Straße von Hormus gemeldet

Erst am Sonntag meldete die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) einen erneuten Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus. Der Kapitän eines nordwärts fahrenden Massengutfrachters habe einen Angriff durch mehrere kleine Boote gemeldet, teilte die Behörde bei X mit . Der Vorfall habe sich demnach elf Seemeilen westlich der iranischen Stadt Sirik ereignet. Alle Besatzungsmitglieder seien wohlauf. Es seien keine Auswirkungen auf die Umwelt gemeldet worden, hieß es weiter. Zunächst reklamierte niemand den Angriff für sich.

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Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete wiederum, ein Schiff sei auf Anordnung der iranischen Marine gestoppt worden, um Dokumente zu prüfen. Diese Maßnahme sei im Rahmen der Überwachungsverfahren erfolgt. Von einem Angriff war nicht die Rede.

dtt/aar/Reuters/dpa/AFP