In Iran ist eine 23-jährige Frau Berichten zufolge wegen eines Social-Media-Posts zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht der nordöstlichen Provinz Rasawi-Chorasan habe Nadschmeh Amini wegen des Vorwurfs der Prophetenbeleidigung schuldig gesprochen, berichtet die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO). Das Urteil könne demnach noch vor dem Obersten Gerichtshof angefochten werden.
Aminis Verteidigung argumentierte laut dem Bericht der Menschenrechtler, es habe sich um einen Versprecher gehandelt. Was die junge Frau genau in den sozialen Medien veröffentlicht hatte, ist unklar. In ihrem Abschlussplädoyer habe sie ihren Beitrag mit Drogenkonsum erklärt. Der Richter wies die Argumente jedoch zurück.
Auch die regionale und auflagenstarke Tageszeitung »Chorasan« hatte über das Urteil am vergangenen Mittwoch berichtet. Die Frau wurde demnach am 3. Februar nach Ermittlungen der iranischen Cyberpolizei festgenommen.
Iran hat im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar mehr als 30 Männer hingerichtet. Die beiden jüngsten Hinrichtungen erfolgten erst am Montagmorgen und lösten große Empörung im Netz aus. Besonders bewegte das Schicksal eines der beiden Männer, Aliresa Sepahi. Er hatte seine ebenfalls inhaftierte Freundin nur einen Tag vor seiner Hinrichtung im Gefängnis geheiratet. Ein letztes Treffen wurde dem Paar demnach nicht gewährt.
Mindestens eine weitere Demonstrantin soll bereits zum Tode verurteilt worden sein. Taraneh Rahimi ist nach Informationen der in Norwegen ansässigen Organisation IHRNGO in der Kulturmetropole Isfahan inhaftiert. Mindestens 100 weiteren Demonstranten drohe die Exekution, heißt es.
Serkan Eren aus Stuttgart reiste für eine Hilfsmission nach Iran. Dort wurde er dann offenbar zu zehn Jahren Haft verurteilt. Mehr zu dem Fall lesen Sie hier.
