SpOn 30.09.2026
20:17 Uhr

Irak: USA beenden Anti-IS-Militäreinsatz nach mehr als einem Jahrzehnt


Die letzten US-Soldaten haben den Irak verlassen. Donald Trump prahlt zum Abschied von einem Sieg über die Terrormiliz »IS« und bezeichnet den Einsatz im Zweistromland als »Sumpf«.

Irak: USA beenden Anti-IS-Militäreinsatz nach mehr als einem Jahrzehnt

Die USA haben ihren Militäreinsatz gegen die Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) im Irak nach mehr als einem Jahrzehnt beendet. Die Vereinigten Staaten und ihre Koalitionspartner hätten den Einsatz »Inherent Resolve« im Irak abgeschlossen, erklärte das Pentagon am Mittwoch. Der Irak begrüßte den Truppenabzug als »Beginn einer neuen Phase«. US-Präsident Donald Trump sprach von einem »Sieg für die Vereinigten Staaten«.

Trumps Vorgänger Joe Biden hatte den Abzug bereits im September 2024 mit dem Irak vereinbart. Pentagon-Sprecher Sean Parnell erklärte nun, der Abzug der Truppen und der Ausrüstung vom Luftwaffenstützpunkt Erbil markiere »den erfolgreichen Abschluss der Militärmission, mit welcher der IS im Irak besiegt wurde«.

Die von den USA angeführte Militärkoalition war 2014 ins Leben gerufen worden, nachdem der IS weite Teile des Irak und Syriens eingenommen hatte. Die Terrormiliz wurde 2017 im Irak und 2019 in Syrien besiegt. Die Koalitionstruppen blieben jedoch weiter in der Region, um die verbleibenden IS-Kämpfer zu kontrollieren. Zuletzt waren sie nur noch in der autonomen Region Kurdistan im Nordirak präsent.

Die von den USA angeführte internationale Koalition besiegte den IS nicht allein. Die kurdischen Peschmerga - Streitkräfte der Autonomen Region Kurdistan - sowie einflussreiche irakische Gruppierungen spielten dabei als Unterstützer eine wichtige Rolle. Unter den Gruppen waren auch proiranische Kämpfer, die ihre Waffen trotz wiederholter Aufforderungen durch die Regierung noch nicht abgegeben haben.

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Die irakische Regierung begrüßte den Abzug der Koalition als Beginn eines neuen Kapitels und äußerte die Hoffnung, dass den proiranischen Gruppierungen nun der Grund genommen worden sei, ihre Waffen weiter zu behalten.

»Eine neue Phase hat begonnen, die geprägt ist von der Souveränität des Irak, der Stärke seiner Institutionen, der Einsatzbereitschaft seiner Streitkräfte, der Einheit in der Entscheidungsfindung und ausgewogenen Partnerschaften mit seinen Freunden«, sagte Regierungschef Ali al-Saidi am Mittwoch bei einer Zeremonie. Der 1. Oktober solle fortan als Tag der Souveränität gefeiert werden.

Al-Saidi hatte bei seinem Amtsantritt in diesem Jahr versprochen, das Waffenmonopol des Staates zu stärken und sicherzustellen, dass bewaffnete Gruppierungen ihre Waffen an den Staat abgeben. Eine ursprünglich für den 30. September festgelegte Frist für die Entwaffnung wurde aber wieder aufgehoben, da die Verhandlungen länger dauerten.

US-Präsident Trump beanspruchte die von Biden veranlasste Abzugsentscheidung für sich. Er sprach in seinem Onlinedienst Truth Social von einem »Sieg für die Vereinigten Staaten«, für den Irak und einem »entscheidenden Sieg über den IS«. Er habe das Gefühl gehabt, »dass es Zeit für Amerika ist, nach Hause zu gehen«. Bei einem Auftritt in Washington nannte er den Einsatz im Irak einen »Sumpf«.

dop/AFP