SpOn 01.10.2026
08:24 Uhr

Indonesien: Behörden zerstören »Villen« in Gefängnis


Bequeme Sofas, XXL-Fernseher und gekühlte alkoholische Getränke: Einigen Häftlingen in einem indonesischen Gefängnis mangelte es offenbar nicht an Annehmlichkeiten. Sogar ein Golf-Simulator befand sich im Bau.

Indonesien: Behörden zerstören »Villen« in Gefängnis

»Villen« im Gefängnis mit Bar, Pool und Fitnessstudio – diesen Luxus haben Behörden nahe der indonesischen Hauptstadt Jakarta entdeckt und zerstört. In der Cibinong-Männerhaftanstalt in Bogor räumten Beamte am Mittwoch etwa zehn Gebäude einer apartmentähnlichen Anlage aus, bevor diese dann dem Erdboden gleichgemacht wurden.

Bei einer Inspektion vergangene Woche war die Luxusunterbringung einiger Häftlinge gegen Bezahlung aufgefallen. Fotos zeigen Räume mit Sofas und Esstischen, mindestens einen XXL-Fernseher, Kühlschränke mit verschiedenen alkoholischen Getränken und andere Annehmlichkeiten.

Beamte räumen die apartmentähnliche Anlage aus

Beamte räumen die apartmentähnliche Anlage aus

Foto:

ABIMANYU / AFP

»Wir haben starke Hinweise darauf gefunden, dass bestimmte Häftlinge Zugang zu besonderen Einrichtungen hatten, die gewöhnlichen Gefangenen nicht zur Verfügung stehen«, sagte Syafrida Rachmawati Rasahan, Mitglied der zuständigen Ombudsstelle. »Wir trafen Häftlinge in der Wohnanlage an und entdeckten Einrichtungen, die eher an Gästehäuser, Apartments und Villen als an Gefängnisunterkünfte erinnerten.«

Mehrere Suspendierungen

Über ein nicht abgeschlossenes Tor konnten die Insassen das Gelände jederzeit verlassen, das neben Pool und Fitnessstudio auch über einen Parkplatz verfügte. Ein Golfsimulator befand sich im Bau.

Wer genau in den Genuss dieser Unterbringung kam, wurde bislang nicht bekannt. Insgesamt sitzen über 1800 Häftlinge in dem Gefängnis ein – deutlich mehr als zugelassen. Seit Langem gibt es Vorwürfe, wohlhabende oder gut vernetzte Häftlinge könnten sich in Indonesien durch Bestechung eine bevorzugte Behandlung sichern.

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Rudi Setiawan, Generalinspekteur des Ministeriums für Einwanderung und Strafvollzug, sagte, bei den Ermittlungen seien Dutzende Häftlinge und Gefängnismitarbeiter befragt worden. »Wir haben fünf leitende Beamte suspendiert, darunter den Leiter des Gefängnisses Cibinong. Sie stehen im Verdacht, für den von der Ombudsstelle aufgedeckten Vorfall verantwortlich zu sein.«

wit/AFP/AP