SpOn 07.05.2026
10:51 Uhr

Immobilien: Eigentumswohnungen werden etwas langsamer teurer


In den vergangenen Monaten sind die Preise für Eigentumswohnungen so langsam gestiegen wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. In mehreren Großstädten fielen sie sogar.

Immobilien: Eigentumswohnungen werden etwas langsamer teurer

Der Preisanstieg für Eigentumswohnungen in Deutschland hat sich einer Studie zufolge im ersten Quartal verlangsamt. Sie legten ​um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) mitteilte. Dies sei der niedrigste Zuwachs seit Sommer 2024, als nach längerer Flaute die Preise wieder zu steigen begannen.

»Inflationsbereinigt, also gemessen an der aktuellen Kaufkraft, sind die Preise für Eigentumswohnungen sogar leicht gesunken«, sagte IfW-Projektleiter Jonas Zdrzalek. Einfamilienhäuser verteuerten sich ​dagegen mit 3,2 Prozent deutlich stärker.

In den Großstädten verlief die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen im ⁠Quartalsvergleich ⁠sehr unterschiedlich. Den stärksten Zuwachs verzeichnete Leipzig mit einem Plus von 2,5 Prozent. Düsseldorf lag mit 0,3 Prozent leicht im Plus, während die Preise in ‌Köln stagnierten. Rückgänge verzeichneten Berlin (-0,3 Prozent), Frankfurt (-1,4 Prozent) und ​Stuttgart (-1,9 Prozent). ‌Für Hamburg und München liegen für das erste Quartal 2026 noch keine aktuellen Werte vor.

Mittlerweile dauert es auch wieder länger, bis Objekte einen Käufer finden. Im ersten Quartal lag die durchschnittliche Vermarktungsdauer ‌bei 90 Tagen für Eigentumswohnungen und bei 91 Tagen für Einfamilienhäuser. Die ⁠Daten stammen aus einem ​Gemeinschaftsprojekt der Gutachterausschüsse ​für Grundstückswerte und dem IfW. Sie basieren auf notariell beglaubigten Transaktionen.

IG Bau warnt vor »Wohnarmut« bei Babyboomern

Mieter wiederum sind weiterhin stark belastet. Die Industriegewerkschaft IG Bau warnt vor massiver »Wohnarmut« von Rentnern. »Rund 5,1 Millionen Babyboomer werden weniger als 800 Euro pro Monat aus der gesetzlichen Rente bekommen«, sagte IG-Bau-Chef Robert Feiger der »Rheinischen Post«.

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Rund 40 Prozent der geburtenstarken Jahrgänge gingen ab diesem Jahr bis 2036 in Rente. »Spätestens die Miete drängt einen Großteil der Babyboomer dann in die Wohnarmut«, erklärte er.

Wohnarmut bedeutet, dass Menschen nach Abzug der Wohnkosten kaum noch genügend Geld zum Leben haben. Feiger bezog sich bei seinen Äußerungen auf eine entsprechende Berechnung, die das Pestel-Institut im Auftrag der IG Bau durchgeführt hat.

Am stärksten betroffen wäre demnach das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen. Dort könnten laut der Berechnung weit mehr als eine Million Babyboomer in den kommenden zehn Jahren in Wohnarmut rutschen. Schon heute leben laut Zahlen des Pestel-Instituts bundesweit mehr als 760.000 Menschen im Alter in Grundsicherung. Ihr Anteil an allen Rentnern beträgt damit rund 4,3 Prozent. 2010 waren es noch 2,5 Prozent.

kko/dpa