SpOn 05.06.2026
16:16 Uhr

ISS: Luftleck im russischen Segment versetzt Raumstation in Alarmzustand


Wegen eines Luftlecks auf der Internationalen Raumstation hat die Nasa die Crew am Freitag vorübergehend angewiesen, sich in ihre Raumkapseln zurückzuziehen. Mittlerweile sei der Druck auf der Station »wieder stabil«.

ISS: Luftleck im russischen Segment versetzt Raumstation in Alarmzustand

Auf der Internationalen Raumstation (ISS) ist die Besatzung am Freitag zeitweise in Alarmbereitschaft versetzt worden. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa wies die Astronautinnen und Astronauten an, sich in ihre angedockten Raumfahrzeuge zurückzuziehen und auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Hintergrund ist ein sich verschlimmerndes Luftleck im russischen Teil des orbitalen Labors.

Wenig später hieß es in einem weiteren Post der Nasa-Sprecherin allerdings, Roskosmos habe die Reparaturen pausiert, es würden weitere Messungen erfolgen und Daten gesammelt. Die Raumfahrer seien daher angewiesen worden, auf die Raumstation zurückzukehren. In einer Mitteilung von Roskosmos hieß es: »Die Sicherheit der Besatzung und der Bordsysteme ist nicht gefährdet, der Druck an Bord der ISS ist stabil und wird auf dem vorgesehenen Niveau gehalten.«

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Nach Angaben der Nasa handelte es sich bei dem Vorfall um eine Vorsichtsmaßnahme, während eine russische Crew versuchte, die undichte Stelle zu lokalisieren und abzudichten. Freitagnachmittag teilte Russlands Raumfahrtbehörde Roskosmos schließlich mit, dass ISS-Experten das Leck gefunden hätten. Das Leck hatte sich zuletzt ausgeweitet, weshalb die Abläufe an Bord auf einen möglichen Notfall ausgerichtet wurden. Die Astronauten sollten demnach in ihren Raumkapseln »sheltern« – also in einer geschützten Position verbleiben – und bereit sein, die Station im Ernstfall zu verlassen.

ISS bereits mehrfach geräumt

Das passiert nicht zum ersten Mal. So kam es etwa 2020 zu einem ähnlichen Szenario. Damals gab es gleich mehrere undichte Stellen. Ein Loch fixierten die Raumfahrer damals vorübergehend sogar mit einem Teebeutel, der sich in der Schwerelosigkeit auf die undichte Stelle zubewegte. Die etwa 4,5 Zentimeter lange Öffnung wurde gestopft, das löste das Problem aber nicht. Es dauerte damals Wochen, um alle Stellen zu reparieren.

Laut dem Betreiber SpaceX passen bis zu sieben Personen in das »Dragon«-Raumschiff. An Bord der Internationalen Raumstation (ISS) leben und forschen seit rund 25 Jahren kontinuierlich Raumfahrer und Raumfahrerinnen. Die Besatzungen der ISS hatten schon mehrfach mit Lecks zu kämpfen. Zudem wurde die Raumstation bereits mehrfach wegen möglicher Kollisionen mit Weltraumschrott geräumt.

Die aktuelle »Crew 12« an Bord besteht aus der Nasa-Astronautin Jessica Meir, ihrem Kollegen Jack Hathaway, dem Kosmonauten Andrej Fedjajew und der Französin Sophie Adenot, Astronautin der europäischen Raumfahrtagentur Esa.

Mehr zum Thema

Mitte Januar war »Crew 11« – die US-Astronauten Zena Cardman und Michael Fincke, der japanische Raumfahrer Kimiya Yui und der russische Kosmonaut Oleg Platonow – wegen eines medizinischen Problems vorzeitig zurück zur Erde gebracht worden. Es war der erste solche Fall in der rund 25-jährigen Geschichte der ISS. Nähere Details zum medizinischen Problem und dazu, welches Crewmitglied es betraf, hatte die Nasa nicht mitgeteilt.

sug/reuters