SpOn 21.07.2026
16:44 Uhr

Höchberg bei Würzburg: Mann mit Israel-Anstecker bei Angriff schwer verletzt


Ein 20-Jähriger soll einen Mann in Bayern attackiert und ihm gegen den Kopf getreten haben. Das Opfer ist ein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Der mutmaßliche Täter ist strafrechtlich bekannt.

Höchberg bei Würzburg: Mann mit Israel-Anstecker bei Angriff schwer verletzt

Ein Mann mit einer Israelflagge am Revers ist in Unterfranken angegriffen und schwer verletzt worden. Der Übergriff erfolgte am Sonntagabend. Nun teilten Polizei und Generalstaatsanwaltschaft München mit, man gehe von einer israelfeindlichen oder antisemitischen und islamistischen Motivation des 20-jährigen Angreifers aus. In der bayerischen Landeshauptstadt übernahm der zentrale Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz das Verfahren wegen versuchten Mordes.

Der mutmaßliche Angreifer mit syrischer Staatsbürgerschaft sei noch vor Ort in Höchberg bei Würzburg festgenommen worden und sitze inzwischen in Untersuchungshaft, hieß es von den Ermittlungsbehörden. Er sei in der Vergangenheit bereits strafrechtlich, unter anderem wegen Körperverletzung, in Erscheinung getreten. Der Verdächtige soll dem 65-jährigen Mann unter anderem gegen den Kopf getreten haben. Das Opfer befinde sich nach dem Angriff nicht in Lebensgefahr. Bei der Festnahme des Verdächtigen sei ein Polizist leicht verletzt worden.

DIG-Präsident: Freunde Israels müssen um ihr Leben bangen

Bei dem Schwerverletzten handle es sich um ein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) in Würzburg, teilte die Organisation mit . Er sei wegen seines Ansteckers israelfeindlich angesprochen und während des Gesprächs plötzlich ins Gesicht geschlagen worden. Als der Mann schon wehrlos am Boden gelegen habe, habe der Angreifer »weiter brutal auf Kopf und Körper« eingetreten, teilte die DIG mit. Das Opfer habe »unter anderem Kopfverletzungen und einen Knochenbruch« erlitten und werde auf der Intensivstation behandelt.

Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig (Grüne) teilte mit, seine Gedanken seien bei dem Schwerverletzten, der in der Stadt lebe. »Wenn ein Mensch offenbar schon wegen des Tragens eines Israel-Ansteckers angegriffen wird, ist das ein unerträglicher Angriff auf unsere demokratischen Grundwerte und unsere offene Gesellschaft.« Antisemitismus habe in Würzburg keinen Platz, betonte Heilig. »Wir werden nicht wegschauen.«

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DIG-Präsident Volker Beck sagte, er sei »schockiert« über den Angriff und forderte eine »rasche und harte Bestrafung« des Angreifers. »Wer sich als Freund oder Freundin Israels oder als jüdisch erkennbar macht, muss um sein Leben bangen«, sagte Beck. »Das darf nicht mehr toleriert werden und dem Klima, das solche Taten begünstigt, muss von Demokratinnen und Demokraten klipp und klar entgegengetreten werden.«

Im Mai wurde bekannt, dass es auch gegen Beck selbst Angriffspläne gab – nämlich von iranischen Agenten. Hier lesen Sie mehr dazu .

atr/dpa