Nach dem Feuer auf einem Hallendach in Breidenbach im hessischen Kreis Marburg-Biedenkopf ist die Brandursache weiterhin unklar. Nach Angaben der Polizei hatte am frühen Samstagmittag die Photovoltaikanlage in der Größe eines Fußballfeldes auf dem Dach des Gebäudes in Flammen gestanden.
Wie ein Polizeisprecher mitteilte, war das Feuer gegen 18 Uhr vollständig gelöscht. Der Schaden wurde von den Einsatzkräften auf bis zu 400.000 Euro geschätzt. Bei dem Brand wurde niemand verletzt.
Solaranlagen brennen selten
Grundsätzlich gelten Photovoltaikanlagen als wenig brandgefährlich. Wie die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein schreibt, verursachen nur extrem wenige Anlagen tatsächlich einen Brand – meist weil Fehler beim Einbau gemacht wurden, Bauteile defekt waren oder die Anlage schlicht zu selten gewartet wurde. Der Deutsche Feuerwehrverband hat trotz des massiven Ausbaus der vergangenen Jahre keine auffällige Zunahme von Bränden festgestellt.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, hat etwa die Berliner Feuerwehr klare Regeln aufgestellt: Wer eine Solaranlage betreibt, muss am Hauseingang ein gut sichtbares Hinweisschild anbringen und einen Notschalter installieren, über den die Anlage im Ernstfall schnell vom Strom getrennt werden kann.
Auf großen Industriedächern müssen Betreiber zudem mindestens fünf Meter breite Freiflächen zwischen den Modulreihen freihalten, damit Einsatzkräfte überhaupt auf dem Dach arbeiten können. Wer eine Balkon-Solaranlage montiert, muss außerdem sicherstellen, dass die Feuerwehr noch anleitern kann – dafür sind mindestens 1,20 Meter Freifläche vorgeschrieben.
