An der griechischen Westküste ist eine Seedrohne angespült worden. Es soll sich dabei um ein unbemanntes Oberflächenfahrzeug (USV) handeln, das in der Ukraine hergestellt worden sei. Das berichten die Nachrichtenagenturen Reuters und AP sowie das griechische Portal ekathimerini.com .
Ein Fischer fand die Drohne demnach am Donnerstag in einer Küstenhöhle auf der Insel Lefkada, die bei Touristen sehr beliebt ist. Der Motor lief den Berichten zufolge noch. Der Fischer schleppte die Drohne wohl zum nahe gelegenen Hafen von Vasiliki, wo sie der griechischen Küstenwache übergeben wurde. Am Freitag wurde sie zu einem Marinestützpunkt auf dem Festland transportiert, wie der griechische öffentlich-rechtliche Sender ERT berichtete.
Ersten Erkenntnissen zufolge soll das Boot der Drohne des Typs Magura V3 ähneln. Dabei handelt es sich um explosive, ferngesteuerte Rammboote. In der Drohne sollen sich drei Zünder, aber kein Sprengstoff befunden haben.
Bisher wissen die griechischen Behörden nicht, woher das Boot stammt und warum es in Griechenland strandete. Die Ukraine hatte im Schwarzen Meer Drohnenboote eingesetzt, um russische Marineschiffe anzugreifen. Auch Moskau setzt maritime Drohnen ein, die ähnlich designt sind.
Die Behörden prüfen, zu welchem Zweck die Drohne im Einsatz gewesen sein könnte. Es gibt verschiedene Szenarien:
Sie hätte Schiffe einer russischen »Schattenflotte« angreifen können, eines Netzwerks von Schiffen, die zum Transport von Öl unter Umgehung von Sanktionen genutzt werden sollen.
Sie könnte nach einem Signalausfall vom Kurs abgekommen sein.
Sie könnte bei einer Drohnenlieferung verloren gegangen sein.
Sie könnte als Werkzeug für Schmuggler im Drogenhandel eingesetzt worden sein.
Die Ermittlungen dauern an.

