SpOn 18.08.2026
13:03 Uhr

Gianni Infantino: Wolfgang Niersbach sieht Concacaf-Chef Victor Montagliani als Alternative


Noch gibt es keinen Gegenkandidaten, um Gianni Infantino als Fifa-Chef abzuwählen. Für den früheren DFB-Funktionär Wolfgang Niersbach wäre Concacaf-Chef Victor Montagliani ein geeigneter Nachfolger.

Gianni Infantino: Wolfgang Niersbach sieht Concacaf-Chef Victor Montagliani als Alternative

Der frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach kann sich Victor Montagliani als Alternative zum umstrittenen Fifa-Boss Gianni Infantino vorstellen: Er halte den Concacaf-Präsidenten für einen »fähigen Mann«, sagte der langjährige Funktionär »t-online« . Es fehle aber noch »eine wirkliche Alternative«, es habe sich noch »niemand nachdrücklich positioniert«.

Montagliani, Präsident des für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständigen Kontinentalverbands, werden laut »The Athletic« entsprechende Ambitionen nachgesagt. Für ihn spräche, dass er als Nichteuropäer auch außerhalb des Concacaf- und Uefa-Zirkels zustimmungsfähig wäre.

Infantino steht seit Wochen in der Kritik, weil er einen Teil der WM-Rechte an Investoren verkaufen wollte. Dagegen regte sich Widerstand, die Uefa droht mit einem Boykott von Fifa-Wettbewerben. Der Weltverband verwarf die Pläne, die Boykottdrohung wurde dennoch von der Uefa erneuert.

Niersbach, der von 2012 bis 2015 den Deutschen Fußball-Bund anführte, wundert sich über die Wandlung von Infantino. Er habe ihn damals in der Rolle des Uefa-Generalsekretärs als »kompetent, hochprofessionell, zuverlässig« erlebt. »Gianni hat den Laden als Volljurist sehr gut zusammengehalten und sich ganz in den Dienst der Uefa gestellt.«

Ex-DFB-Chef Niersbach: »Kompetent, hochprofessionell, zuverlässig«

Ex-DFB-Chef Niersbach: »Kompetent, hochprofessionell, zuverlässig«

Foto: Sven Hoppe / dpa

Der Verdacht liege nahe, dass dieses Amt des Fifa-Präsidenten etwas mit ihm gemacht habe, so Niersbach: »Er hat zumindest allem Anschein nach all die Eigenschaften verloren, die ihn in seiner Zeit bei der Uefa ausgezeichnet haben: die Beständigkeit und die Bodenhaftung.«

FairSquare fordert Wahlausschluss Infantinos

Im März 2027 will sich Infantino beim Fifa-Kongress erneut zum Präsidenten des Weltverbandes wählen lassen. Die Organisation FairSquare schrieb am Montag an die Fifa und forderte den Ausschluss des Schweizers von der Wahl. Begründet wird die Forderung damit, dass sich Infantino bereits in seiner »dritten und letzten« Amtszeit befinde und eine Wiederwahl gegen die in den Statuten verankerte Begrenzung verstoßen würde.

Infantino trat sein Amt 2016 nach den Korruptionsskandalen der Fifa als Nachfolger von Sepp Blatter an. Im Dezember 2022 teilte der Weltverband mit, dass der Zeitraum von 2016 bis 2019 nicht unter die Amtszeitbegrenzung für Infantino falle.

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Die Organisation FairSquare, die bereits wegen Infantinos Nähe zu US-Präsident Donald Trump Beschwerde bei der Fifa-Ethikkommission eingereicht hat, kritisiert, dass der Weltverband nie eine »rechtliche Grundlage« dafür kommuniziert habe. Das Vorgehen in dieser Thematik sei ein weiteres Beispiel dafür, dass Infantino »die Fifa eher wie eine Diktatur als wie eine Demokratie« führe.

Die gescheiterten Investorenpläne könnten Gianni Infantino das Amt kosten. Welche zwei Optionen seine Widersacher haben und wer mögliche Nachfolger sind, lesen Sie hier.  

luc/sid/dpa