SpOn 25.03.2026
15:12 Uhr

Georg Restle von »Monitor« nach Nairobi: Will nicht über Elefantenbabys berichten


Was macht der Leiter des ARD-Magazins »Monitor« im Studio Nairobi? Der »Zeit« erklärte Georg Restle, warum es ihn beruflich nach Afrika zieht. Und warum er mit seiner Haltung zur AfD im Sender zunehmend in der Minderheit ist.

Georg Restle von »Monitor« nach Nairobi: Will nicht über Elefantenbabys berichten

Die Nachricht, dass Georg Restle, 60, nach mehr als 25 Jahren das TV-Magazin »Monitor« verlassen wird, sorgte Mitte März für einiges Aufsehen. Schließlich war er als Moderator und Redaktionsleiter der WDR-Sendung eines der prominenten Gesichter der Rundfunkanstalt. Insbesondere rechtspopulistische Politiker und Journalisten rieben sich immer wieder an seiner deutlichen Gegnerschaft zur AfD, die er vor allem in sozialen Medien formulierte.

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In einem Interview mit der »Zeit«  zog Restle jetzt über seine »Monitor«-Ära Bilanz. Der TV-Journalist bekräftigte seine Ansicht, dass AfD-Positionen nicht als gleichberechtigte Meinungen im Programm vorkommen sollten. Der Auftrag der ARD besage: »Wir sollen die demokratischen Freiheiten gegen ihre Feinde verteidigen.« Die Anstalten sollten dazu beitragen, dass Deutschland nie wieder in den Faschismus abgleitet. Es könne also nicht sein, »dass wir der AfD und ihrem völkischen Nationalismus eine Bühne geben«.

Gleichzeitig räumt Restle ein, dass er in der ARD »mit meiner klaren Haltung zur AfD inzwischen wohl in der Minderheit« sei, »wenn auch nicht allein.« Er habe den Eindruck, dass sich dabei die Meinung durchgesetzt habe, man solle die Partei wie jede andere behandeln – solange sie nicht verboten ist. Den »starken Gegenwind«, den er und sein Team wegen der AfD-Berichterstattung bekomme, aushalten zu können, sei »nichts für jeden.« Er beobachte da »eine gewisse Zaghaftigkeit«.

Restle will »sicher nicht in die Hängematte«

Erstaunen hatte der neue Einsatzbereich von Restle nach dem »Monitor«-Abgang ausgelöst. Denn der studierte Jurist übernimmt zum 1. Juni die Leitung des crossmedialen ARD-Studios Nairobi. Die »Zeit« fasste die Verwunderung in die Frage: »Angesichts dieser Lagebeschreibung – wieso gehen Sie nach Nairobi und drehen demnächst Reportagen über Elefantenbabys?« Restle betont, er habe nicht vor, über Elefantenbabys zu berichten. »Dafür verstehe ich mich zu sehr als Politikjournalist.«

Tierfilmer Bernhard Grzimek mit Elefantenbaby Zimba 1985 im Frankfurter Zoo

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Foto: Jürgen Dürrwald / dpa

Er werde aus Nairobi für knapp 40 Länder zuständig sein, viele davon sind Krisengebiete, so Restle: »Ich lege mich dort ganz sicher nicht in die Hängematte.« Zudem werde die hohe Relevanz des afrikanischen Kontinents für Europa »meiner Meinung nach grandios unterschätzt«. In seine Vita passe die neue Station, weil er früher schon Korrespondent in Moskau gewesen sei, als Kriegsreporter in der Ukraine und aus Warschau und Nairobi berichtet habe. »Mir war immer klar, dass ich noch einmal länger ins Ausland gehen möchte.«

Restles Nachfolgerin oder Nachfolger bei »Monitor« hat der Westdeutsche Rundfunk bislang noch nicht bekannt gegeben. Der scheidende Redaktionsleiter ist sich aber sicher: »Kein Mensch ist unersetzlich, und das gilt ganz sicher auch für mich. Es gibt andere starke Journalistinnen und Journalisten in der ARD und anderswo. Und bei ›Monitor‹ ganz besonders.«

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