SpOn 27.04.2026
15:03 Uhr

Gaza: Iraelische Angriffe verschärfen offenbar Trinkwasserkrise


Bei einem Angriff der israelischen Armee in Gaza sind zuletzt zwei Menschen getötet worden, die für Unicef Trinkwasser ausliefern wollten. Das Kinderhilfswerk sieht die Versorgung Tausender Familien zunehmend in Gefahr.

Gaza: Iraelische Angriffe verschärfen offenbar Trinkwasserkrise

Sauberes Trinkwasser in Gaza ist nach wie vor rar. Die Krise verschärfe sich weiter durch israelische Angriffe, wie Unicef kürzlich kritisierte .

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen zeigte sich »empört« über die Tötung zweier Lkw-Fahrer, die im Auftrag der Organisation sauberes Wasser an Familien im Gazastreifen lieferten. Nach Angaben von Unicef wurden die beiden Männer am Morgen des 17. April von israelischen Streitkräften getötet, als sie an der Wasserstation Mansoura im Norden des Gazastreifens Trinkwasser auslieferten, das Gaza-Stadt versorgt.

Unicef setzte die Operationen an der betroffenen Wasserstation vorerst aus und warnte, dass damit ein wichtiger Versorgungsweg für Tausende Familien unterbrochen ist. Die Organisation forderte die israelischen Behörden auf, den Vorfall umfassend zu untersuchen und »volle Rechenschaft« sicherzustellen.

Attacken auf zivile Infrastruktur

»Seit Beginn des Krieges haben wir etwa 19 Mitarbeiter von Wasserversorgungsanlagen verloren, die Reparatur- und Verteilungsarbeiten durchführten«, sagte Omar Shatat dem »Guardian« . Er ist stellvertretender Direktor des Wasserversorgungsunternehmens der Küstengemeinden im Gazastreifen. »Gezielte Angriffe sind Teil der operativen Realität geworden.«

In mehr als zweieinhalb Jahren Krieg haben israelische Angriffe den Großteil der zivilen Infrastruktur Gazas zerstört, darunter auch die Netze, die für die Versorgung mit sauberem Wasser sowie für die Abwasserentsorgung und -aufbereitung zuständig waren. Außerdem haben sie wiederholt palästinensische Zivilisten getötet, die versuchten, diese Netze instand zu halten oder wiederherzustellen.

Wassermangel begünstigt Ausbreitung von Krankheiten

Die Gewalt in dem Küstengebiet hält trotz einer im Oktober 2025 vereinbarten Waffenruhe an. ‌Fast täglich kommt es zu israelischen Angriffen auf Palästinenser. Israel und die mit Iran verbündete Hamas ‌werfen einander Verstöße ​gegen die Waffenruhe vor. ‌Seit Inkrafttreten der Waffenruhe wurden nach Angaben ‌lokaler ​Rettungskräfte mindestens 800 Palästinenser getötet, zugleich wurden dem israelischen Militär zufolge vier Soldaten ⁠getötet.

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Der Mangel an sauberem Trinkwasser birgt zudem die Gefahr, dass sich Krankheiten einfacher ausbreiten. Die von Israel verhängten Einfuhrbeschränkungen für Seife, Waschpulver und andere Hygieneartikel nach Gaza haben zudem zu einem Preisanstieg geführt, was die Herausforderung, in überfüllten Notunterkünften und Zeltlagern auf Hygiene zu achten und Infektionen zu vermeiden, noch verschärft.

jmm