Der Energiekonzern Uniper hat mit Blick auf den Winter mehr Tempo beim Befüllen der Gasspeicher gefordert. »Die Füllstände steigen nun seit März, aber es geht trotzdem viel zu langsam«, sagte Vorstandschef Michael Lewis der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Er warnte: »Falls wir die Gasspeicher nicht rasch füllen, bekommen wir ein Problem im nächsten Winter.«
Uniper betreibt selbst Gasspeicher. Der Konzern hat bei der Bundesnetzagentur die Stilllegung des Erdgasspeichers im bayerischen Breitbrunn beantragt, da er sich wirtschaftlich nicht mehr rechnet.
Nach Zahlen von Gas Infrastructure Europe sind die Gasspeicher hierzulande derzeit zu 30,64 Prozent gefüllt. Vor einem Jahr lag der Wert bei 38,65 Prozent.
Die Preise sind im Zuge des Irankriegs deutlich gestiegen, wodurch eine Lagerung weniger attraktiv ist.
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Zuletzt hatte auch die Initiative Energien Speichern (Ines), in der sich die Betreiber von Gasspeichern zusammengeschlossen haben, vor Schwierigkeiten bei der Gasversorgung gewarnt. Sollte ein besonders kalter Winter mit Temperaturen wie 2010 kommen, drohe Versorgungsknappheit im ersten Quartal 2027, so Ines.
Verweis auf französisches Modell
Uniper-Chef Lewis plädierte in der »FAZ« beim Befüllen der Speicher mittelfristig für das in Frankreich praktizierte Regulierungsmodell.
Dort müssen Speicherbetreiber das wirtschaftliche Risiko nicht allein tragen. Reichen ihre Einnahmen nicht aus, um die Kosten zu decken, wird die Lücke durch ein Umlagesystem geschlossen. Finanziert wird das System in Frankreich über einen Aufschlag auf Netzentgelte, den Gasverbraucher zahlen.
Anders als in Deutschland dürfen in Frankreich zudem gebuchte Speicherkapazitäten nicht ungenutzt verfallen. Kunden müssen ein bestimmtes Kontingent nutzen. Das führt wiederum dazu, dass die Speicher befüllt werden.
