SpOn 22.07.2026
01:18 Uhr

Fußball-WM: Schiedsrichter Anthony Taylor, bekannt als DFB-Schreck, beendet Karriere


Im Viertelfinale der Fußball-EM 2024 brachte seine Fehlentscheidung Deutschland wohl um den Sieg. Jetzt hört der englische Schiedsrichter Anthony Taylor auf. Er begründet das auch mit der allgegenwärtigen »öffentlichen Beobachtung«.

Fußball-WM: Schiedsrichter Anthony Taylor, bekannt als DFB-Schreck, beendet Karriere

Der englische Schiedsrichter Anthony Taylor, 47, hat nach der WM seine Karriere beendet. »Spiele auf höchstem Niveau zu leiten, war ein enormes Privileg«, erklärte Taylor in einer Stellungnahme vom Dienstag. »Doch der Druck ist immens, und die öffentliche Beobachtung ist allgegenwärtig.«

Jetzt sei der richtige Zeitpunkt gekommen, einen Schritt zurückzutreten »und mich auf den nächsten Abschnitt meiner Karriere zu freuen«.

Warum Taylor als DFB-Schreck gilt

Taylor leitete seit Beginn seiner Profikarriere 2006 mehr als 800 Spiele unter anderem in der englischen Premier League, in europäischen Vereinswettbewerben sowie bei großen internationalen Turnieren. Zuletzt war er bei der WM im Einsatz. Sein letztes Spiel fand am 6. Juli statt, als Spanien 1:0 gegen Portugal gewann.

Deutsche Fans dürften sich vor allem an Taylors Auftritt beim EM-Viertelfinale 2024 zwischen dem DFB-Team und Spanien erinnern: Damals hatte Spaniens Marc Cucurella in der Verlängerung einen Schuss von Jamal Musiala beim Stand von 1:1 im Strafraum klar mit der Hand gestoppt. Statt auf Handelfmeter für die deutsche Mannschaft zu entscheiden, ließ Taylor das Spiel aber weiterlaufen. Spanien gewann am Ende durch ein Tor von Mikel Merino mit 2:1 und das DFB-Team schied aus.

Später räumte die Europäische Fußball-Union Uefa einen großen Schiedsrichterfehler bei der Partie ein (mehr hier).

Mehr zum Thema

Im Jahr 2023 stand Taylor ebenfalls in den Schlagzeilen. Er hatte das Finale der Europa League gepfiffen, die AS Rom unterlag dabei dem FC Sevilla im Elfmeterschießen. Rom-Trainer José Mourinho wütete bei der anschließenden Pressekonferenz gegen Taylor. Später beschimpfte er ihn auch im Stadion und nannte ihn unter anderem eine »Schande« (mehr dazu hier).

Trotz Taylors guter Schiedsrichterleistung war es über die gesamte Spielzeit zu vielen Diskussionen gekommen, sowohl auf dem Spielfeld als auch in den Coachingzonen beider Vereine. Der Unparteiische aus England musste insgesamt 14 Gelbe Karten verteilen, eine davon erhielt Mourinho in der Verlängerung.

Taylor und seine Familie mussten bei der Abreise nach dem Europa-League-Finale von Sicherheitskräften begleitet werden, nachdem empörte Roma-Fans ihn beschimpft und einen Stuhl sowie Getränke in seine Richtung geworfen hatten.

aar/dpa/sid