Beim letzten Bundesligaspiel von Deniz Aytekin, 47, flossen die Tränen. Immer wieder wischte sich der Schiedsrichter vor und nach seinem letzten Einsatz in der höchsten deutschen Fußballliga die feuchten Augen.
»Wahnsinn, dass es noch mal so emotional wird und diese Achterbahnfahrt«, sagte Aytekin, als er sein Abschiedsspiel beim 5:1 des FC Bayern gegen den 1. FC Köln hinter sich gebracht hatte. »Der Rahmen war unglaublich und ich bin so dankbar, dass es jetzt so zu Ende geht.«
Mit seiner Familie im Stadion konnte und wollte der Top-Referee die Emotionen nicht unterdrücken. Er sei sehr berührt von der Wertschätzung, die er auf den letzten Metern seiner Karriere noch einmal erfahren habe. »Das ist unglaublich, was Menschen mir schreiben über Instagram, über alle möglichen Kanäle«, sagte Aytekin. Auch vor laufenden Fernsehkameras weinte Aytekin an diesem Tag. Aus Altersgründen verabschiedet er sich in die Schiri-Rente.
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»Es ist genau der richtige Zeitpunkt. Weil ich mich wirklich wie so ein Marathonläufer auf den letzten 500 Metern fühle, und eigentlich war ich schon am Boden zum Krabbeln. Jetzt reicht’s dann auch«, sagte Aytekin.
Er wolle die Energie seines emotionalen Abschieds mit in den Ruhestand nehmen. »Ich hoffe, dass ich das jetzt so für mich ja noch lange Jahre bewahren kann, weil der Fußball mir sehr viel gegeben hat und die Menschen werden mir fehlen, tatsächlich«, sagte der gebürtige Nürnberger.
Aytekin mit seiner Tochter
Foto: Alexander Hassenstein / Getty ImagesSeit 2008 war Aytekin Bundesliga-Schiedsrichter, brachte es auf mehr als 250 Einsätze im Oberhaus. Dreimal wurde er als DFB-Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet. »Ich habe versucht, meinen Beitrag zu leisten. Jetzt ist es vorbei, und es ist auch gut so«, sagte Aytekin.
Deniz Aytekin war der beliebteste deutsche Schiedsrichter. Im SPIEGEL-Interview erklärt er , wie er sich Respekt erarbeitet hat und warum er der Austern-Schiri genannt wird.
