SpOn 29.05.2026
07:42 Uhr

Friedrich Merz: Roland Koch stellt sich in Kanzlerdebatte hinter den Regierungschef


Ein Kanzlerwechsel, mitten in der Legislaturperiode? Friedrich Merz musste zuletzt heikle Gerüchte abwehren. Nun melden sich öffentlich Weggefährten und Vertraute zu Wort.

Friedrich Merz: Roland Koch stellt sich in Kanzlerdebatte hinter den Regierungschef

Er war einmal einer der mächtigsten Männer in der Union, sein Wort hat immer noch Gewicht: Nun hat der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch seine Solidarität mit dem angeschlagenen Bundeskanzler Friedrich Merz bekundet. »Ich glaube, dass er der richtige Kanzler in dieser Zeit ist. Auch wenn er es im Augenblick schwer hat, weil die Zeiten schwierig sind«, sagte Koch in der ZDF-Sendung »Markus Lanz«.

Zuletzt hatten Gerüchte über Überlegungen in der Union die Runde gemacht, den in Umfragen abgestürzten Merz als Kanzler abzulösen und durch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zu ersetzen. Moderator Lanz fragte Koch, was es mit derartigen Putschüberlegungen auf sich habe. Koch antwortete: »Der ist Unsinn.« Er glaube auch nicht, dass das ernsthaft jemand diskutiere. Er sei sich auch »ziemlich sicher«, dass solche Diskussionen nicht aus der Führung der Partei kämen, obwohl er es nicht wisse. Als Parteimitglied würde er aber gern weiter davon ausgehen.

Koch bezeichnet sich selbst als »sehr guten persönlichen Freund« von Merz. Beide Männer zählen zum konservativen Flügel der Union. Gemein haben sie auch eine innige Abneigung gegenüber Ex-Kanzlerin Angela Merkel.

Eindringlich warnte Koch nun vor einem Scheitern der Koalition. Dies wäre für Deutschland »extrem gefährlich«. Die klare Abgrenzung von CDU-Chef Merz zur AfD bedeute auch, dass sich die Partei in einer »gewissen Gefangenschaft zur SPD« befinde. »Das Problem ist die politische Konstellation«, sagte Koch, der einst auch einer von mehreren stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden war.

Beide Seiten, Union wie SPD, müssten Dinge mitmachen, von denen sie gegenüber ihrer Wählerschaft fest geschworen haben, dies nicht zu tun. »Das ist die Voraussetzung der nächsten Wochen.«

Kanzleramtschef Frei will »unfruchtbare Debatte« eindämmen

Auch Merz’ Kanzleramtschef Thorsten Frei bemühte sich, die Debatte über den Kanzler einzufangen. In der ZDF-Sendung »Maybrit Illner« sprach der CDU-Politiker von einer »Phase hoher Anspannung« und räumte schlechte Umfragewerte für die Regierung ein. Das würde jedoch nicht gelöst, indem »wir über Personen quatschen«, so Frei. »Ich will vor allen Dingen eine solche unfruchtbare Debatte nicht weiter verlängern.«

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Frei betonte, man müsse sich jetzt auf gewaltige Herausforderungen konzentrieren. Entlastungen würden dort gebraucht, wo sie helfen, Wachstumskräfte zu entfalten. Reformen würden aber auch mit Einschnitten verbunden sein. »Wir müssen unangenehme Entscheidungen treffen«, sagte der Kanzleramtschef.

Was an dem Gerücht über einen Kanzlerwechsel dran ist, lesen Sie hier .

jmm/dpa