SpOn 27.04.2026
15:51 Uhr

Friedrich Merz: Bundeskanzler spricht von Demütigung für die USA


Die USA finden bislang keinen Weg aus dem Irankrieg. Bundeskanzler Merz übt nun Kritik. Die Iraner seien offensichtlich stärker als gedacht.

Friedrich Merz: Bundeskanzler spricht von Demütigung für die USA

Die Kriegsziele unklar, die Straße von Hormus dicht, die Verhandlungen stockend: US-Präsident Donald Trump hat sich mit dem Krieg gegen Iran verkalkuliert – mit Konsequenzen für die Weltwirtschaft. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Planlosigkeit der USA nun erneut öffentlich kritisiert.

Merz glaubt nach eigener Aussage nicht, dass die USA den Krieg gegen Iran schnell beenden können. »Weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben«, sagte Merz bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland.

»Das Problem bei solchen Konflikten ist immer: Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus. Das haben wir ganz schmerzhaft bei Afghanistan gesehen, 20 Jahre lang«, sagte Merz: »Wir haben das im Irak gesehen.«

Die Amerikaner seien in Iran »ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen«, kritisierte Merz. Deshalb sei es umso schwerer, den Konflikt nun wieder zu beenden. »Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln – oder eben sehr geschickt nicht verhandeln«, sagte Merz. »Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung.«

Merz sprach mit Trump

Der Krieg sei unüberlegt gewesen, sagte Merz. Er habe Trump mittlerweile zweimal seine Skepsis direkt mitgeteilt. »Es ist im Augenblick eine ziemlich vertrackte Lage«, sagte der Bundeskanzler. »Und es kostet uns sehr viel Geld. Dieser Konflikt, dieser Krieg gegen Iran hat unmittelbare Auswirkungen auf unsere Wirtschaftsleistung.«

Gern wird US-Präsident Trump diese Töne aus Deutschland wohl nicht hören. Bereits im März hatte Bundeskanzler Merz erklärt, Trump sei angesichts seiner Kritik an der Planlosigkeit der USA nicht gut auf ihn zu sprechen.

Deutschland halte derweil sein Angebot aufrecht, mit Minensuchbooten dafür zu sorgen, dass die Straße von Hormus, die zentral für die globale Ölversorgung ist, wieder geöffnet werden könne, so Merz. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Kampfhandlungen vorher enden.

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Der Besuch des Bundeskanzlers am Carolus-Magnus-Gymnasium in Marsberg war Teil des EU-Projekttags, bei dem Schulen bundesweit Aktionen rund um die Europäische Union veranstalten. Der Projekttag wurde 2007 von der damaligen deutschen EU-Ratspräsidentschaft ins Leben gerufen. Ein wichtiger Bestandteil ist seit Jahren, dass Politiker Schulen besuchen, um den Jugendlichen die Europapolitik näherzubringen.

ptz/dpa