Alexander Zverev steht im Finale der French Open. Gegen den 20 Jahre alten Tschechen Jakub Mensik spielte der Hamburger seine Favoritenrolle über weite Strecken konzentriert aus und zieht dank des 7:5, 6:2, 3:6, 6:3-Erfolgs als erster Spieler ins Endspiel von Paris ein. Dort bietet sich Zverev die Chance, seinen ersten Grand-Slam-Titel zu gewinnen.
Nach der Turnierabsage von Carlos Alcaraz und dem Zweitrundenaus des Weltranglistenersten Jannik Sinner war Zverev zum Topfavoriten beim Sandplatz-Slam aufgestiegen. Gegen den aufstrebenden Mensik wurde Deutschlands bester Tennisspieler der Rolle gerecht – wenn auch mit Mühe: Im Verlauf des ersten Satzes musste Zverev mehrere Breakbälle abwehren.
Im ersten Satz hielt Jakub Mensik gut mit
Foto: Alain Jocard / AFPLetztlich brachte Mensik sich mit zwei Doppelfehlern aber selbst ins Hintertreffen, gab beim Stand von 5:5 erstmals sein Aufschlagspiel ab und musste zusehen, wie Zverev zum Satzgewinn ausservierte. Mit einem Ass sicherte sich die Nummer drei der Welt das 7:5.
Mensik dreht nach Behandlungspause auf
Auch im zweiten Satz musste Mensik für seine Punkte deutlich härter arbeiten als Zverev. Früh im Satz holte der Deutsche sich ein erstes Break und erlief einen Stoppball von Mensik, später stellte der nächste Doppelfehler Mensiks die Weichen für einen eindeutigen zweiten Durchgang.
Mensik, der in Paris bereits zweimal über fünf Sätze gehen musste, schien zu diesem Zeitpunkt nicht Zverevs Kraftreserven zu haben. Das änderte sich im dritten Satz: Nach einer knapp zehnminütigen Behandlungspause aufgrund von Problemen mit der Nackenmuskulatur fand der Tscheche ins Spiel zurück und nahm Zverev erstmals das Aufschlagspiel ab, das Publikum am Court Philippe-Chatrier jubelte. Und auch der eigene Aufschlag ging dem 1,96 Meter großen Youngster nun leichter von der Hand, Zverev musste nach 41 Minuten den Satzverlust hinnehmen.
Zverev aber hatte die richtige Antwort parat. Gleich zum Auftakt von Satz vier holte er sich mit einem Vorhand-Return das frühe Break. Ein erneutes Aufbäumen von Mensik ließ Zverev nicht mehr zu.
Im Endspiel wartet auf Zverev nun einer von zwei Italienern: Ab 19 Uhr spielen Matteo Arnaldi und Flavio Cobolli das zweite Halbfinale aus. Im Endspiel an Sonntag könnte es bereits zum dritten Aufeinandertreffen von Zverev und Cobolli während der laufenden Sandplatzsaison kommen. In München setzte sich überraschend der Italiener durch, zwei Wochen später in Madrid konnte sich Zverev klar durchsetzen.
