SpOn 06.10.2026
18:50 Uhr

Frankreich testet erstmals modernisierte Interkontinentalrakete von einem Atom-U-Boot aus


Zeichen an Freunde wie Feinde: Die französische Armee hat ihre Interkontinentalrakete vom Typ M51.3 getestet. Mit dabei war Präsident Emmanuel Macron.

Frankreich testet erstmals modernisierte Interkontinentalrakete von einem Atom-U-Boot aus

Zum ersten Mal hat Frankreich seine modernisierte Interkontinentalrakete vom Typ M51.3 getestet. Sie sei ​vor der Küste der Bretagne vom Atom-U-Boot »Le Vigilant« aus gestartet, teilte das Verteidigungsministerium mit. Der Test diente demnach dazu, sicherzustellen, dass das U-Boot nach einer umfassenden Wartung weiter einsatzfähig ist. Er sei ohne nuklearen Sprengkopf erfolgt und internationale Verpflichtungen ​seien eingehalten worden.

Frankreichs ​Präsident Emmanuel ‌Macron bezeichnete den Raketentest als klares Signal. »Heute sind wir stärker«, sagte er in einem Video auf der Plattform X , das ihn bei der Beobachtung des Starts zeigt. Die ‌Botschaft sei laut und deutlich dorthin geschickt worden, wo sie empfangen werden müsse – gemeint ist wohl Russland.

Der russische ⁠Präsident ⁠Wladimir Putin hatte jüngst gedroht, die russische Exklave Kaliningrad im Ernstfall mit Atomwaffen zu verteidigen. Die Nato erklärte ihrerseits, keine ihrer Aktivitäten ‌stelle eine Bedrohung für Russland dar.

»Um frei zu sein, muss man gefürchtet werden. Und um gefürchtet zu werden, muss man mächtig sein«, schreibt Macron auf X. »Unsere nukleare Abschreckung schützt uns und wird uns auch weiterhin schützen.« Der französische Regierungschef hatte zuletzt mehrfach vor »russischer Aggressivität und Bedrohungen« gewarnt. Diese würden »nicht unbeantwortet bleiben«, sagte er Mitte September. Im März hatte Macron angekündigt, das ‌Atomwaffenarsenal seines Landes auszubauen und den europäischen Partnern angeboten, bei der nuklearen Abschreckung enger zusammenzuarbeiten.

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Frankreich verfügt über ‌rund ​290 atomare Sprengköpfe und unterhält damit das viertgrößte Arsenal weltweit. Die USA und Russland verfügen jeweils ​über mehr ​als 5000 Exemplare.

Weil Russland in der Ukraine nicht vorankommt, trägt Machthaber Wladimir Putin den Krieg immer weiter in den Westen. Für die Europäer kann es nur einen Weg geben, darauf zu reagieren. Lesen Sie hier den SPIEGEL-Leitartikel .

esw/AFP