SpOn 24.07.2026
04:35 Uhr

Frankreich lässt russischen Schattentanker nach Verstoß gegen Flaggenregel weiterfahren


Mit maroden Schiffen unter fremder Flagge umgeht Russland die internationalen Ölsanktionen. Ein Tanker wurde zuletzt in Frankreich festgesetzt. Doch nun darf die Reise der »Deliver« weitergehen.

Frankreich lässt russischen Schattentanker nach Verstoß gegen Flaggenregel weiterfahren

Die Umsetzung der internationalen Sanktionen gegen Russland ist nicht immer ganz einfach. Und selbst wenn einmal ein Schiff der sogenannten Schattenflotte festgesetzt wird, sind die Handlungsmöglichkeiten begrenzt. Ein im südfranzösischen Marseille aufgebrachtes Schiff der russischen »Schattenflotte« ist nach französischen Angaben wieder ausgelaufen. Der Öltanker »Deliver« habe die französischen Hoheitsgewässer nach Zahlung einer Geldstrafe wieder verlassen, teilten die französischen Behörden am Donnerstag mit.

Am Vortag war die Reederei des Schiffes vom Landgericht Marseille zu einer Geldstrafe wegen »Flaggenverstoßes« verurteilt worden.

Die unter der Flagge Kameruns fahrende »Deliver« war aus dem russischen Ölhafen Primorsk nahe der finnischen Grenze gekommen und war auf dem Weg nach Singapur, als sie Ende Juni von der französischen Marine festgesetzt wurde (mehr dazu hier). Laut einer Ende Mai von Kamerun veröffentlichten Liste durfte das Schiff nicht mehr unter der Flagge des zentralafrikanischen Landes fahren. Seit Februar 2025 steht die »Deliver« auf der Liste der von der Europäischen Union mit Sanktionen belegten Schiffe.

Der Tanker steht unter Verdacht, unter Umgehung der internationalen Sanktionen russisches Öl zu transportieren. Frankreich hatte zuvor bereits vier Schiffe der russischen Schattenflotte festgesetzt. Zwei von ihnen wurden zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt.

Eskorte bis in den Hafen von Marseille

Mit den oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen dieser Flotte umgeht Russland nach Überzeugung westlicher Staaten unter anderem Sanktionen gegen seine Ölexporte. Nach französischen Angaben zählen 800 bis 1000 Schiffe zur Schattenflotte.

Mehr zum Thema

Nach dem Festsetzen des Tankers vor der Küste Siziliens im Rahmen einer Flaggenkontrolle eskortierte die französische Marine ihn in den Hafen von Fos-sur-Mer bei Marseille. Dort leitete die zuständige Staatsanwaltschaft eine Untersuchung wegen »Flaggenverstoßes« ein. Seitdem lag das Schiff vor der Küste von Fos-sur-Mer vor Anker.

jok/AFP