SpOn 22.03.2026
12:48 Uhr

Frankreich: Knappe Rennen bei Bürgermeisterwahl in Paris und Marseille


Im zweiten Wahlgang entscheiden die Französinnen und Franzosen heute darüber, wer in ihre Rathäuser einzieht. In den größten Städten des Landes könnte sich vieles ändern.

Frankreich: Knappe Rennen bei Bürgermeisterwahl in Paris und Marseille

In Frankreich hat am Sonntag die zweite Runde der Kommunalwahlen begonnen. Die Wahlberechtigten in 1580 Kommunen sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben – vor allem in den Großstädten. Nach der ersten Runde am vergangenen Sonntag war in den meisten der 35.000 Kommunen die Wahl bereits entschieden. Abgestimmt wird nun noch an den Orten, an denen keiner eine absolute Mehrheit erreicht hat. In der zweiten Runde der französischen Kommunalwahlen geht es vor allem um die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Großstädte.

In Paris könnten 25 linke Jahre enden

In Paris könnte es nach mehr als 25 Jahren Sozialistenherrschaft einen Machtwechsel geben. Zwar war der Kandidat von Sozialisten, Grünen und Kommunisten, Emmanuel Grégoire, in der ersten Runde deutlich vorn gelandet. Mitte-Kandidat Jean-Yves Bournazel schloss sich dann aber der Liste der Konservativen Rachida Dati an, und die Rechtsextreme Sarah Knafo zog ihre Kandidatur zugunsten von Dati zurück. Mit der Linken Sophia Chikirou hat Grégoire zudem eine Gegenkandidatin im eigenen Wählermilieu. Umfragen sagen einen knappen Ausgang voraus.

Auch in Frankreichs zweitgrößter Stadt Marseille ist noch nicht absehbar, ob der Kandidat des linken Lagers, Benoît Payan, Bürgermeister bleiben kann oder der Rechtsnationale Franck Allisio vom Rassemblement National an ihm vorbeizieht. Für die Rechtsnationalen wäre es ein enormer Sieg, sollten sie ihn Marseille vorn landen und damit wohl künftig den Bürgermeister stellen.

Ebenfalls sehr umkämpft ist das ostfranzösische Lyon. Der bisherige grüne Bürgermeister Grégory Doucet landete in der ersten Runde quasi Kopf an Kopf mit dem Fußballmanager Jean-Michel Aulas, der für die Konservativen und Mitte-Kräfte ins Rennen ging. Nun hat er sich mit seiner linken Konkurrentin Anaïs Belouassa-Cherifi zusammengeschlossen, um Aulas auszustechen.

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Stimmungstest für die Präsidentschaftswahl 2027

Bei den Kommunalwahlen stimmen die Einwohnerinnen und Einwohner Frankreichs nicht direkt für einen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin. Sie wählen die Mitglieder des künftigen Rathauses, die dann ihren Chef oder ihre Chefin wählen. Da die Liste, die vorn landet, aber eine feste Zahl an Sitzen im Rat obendrauf bekommt, stellt diese Liste in der Regel auch den Bürgermeister.

Die Kommunalwahl gilt als Stimmungstest für die Präsidentschaftswahl 2027, auch wenn viele Kandidatinnen und Kandidaten als parteilos antreten. Zwar lassen sich die Allermeisten bei der Kommunalwahl von lokalen Themen leiten. Doch gerade in den Großstädten spielt die nationale Ebene verstärkt mit in die Wahlentscheidung hinein.

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