SpOn 07.09.2026
20:54 Uhr

Frankreich: Eiffelturm bleibt nach Proteststreik von Beschäftigten geschlossen


Weil weibliche Beschäftigte am Eiffelturm auf Wunsch einer religiösen Besuchergruppe vorübergehend abgezogen worden sein sollen, legten Mitarbeiter aus Protest die Arbeit nieder. In Paris wächst die Empörung.

Frankreich: Eiffelturm bleibt nach Proteststreik von Beschäftigten geschlossen

Der Eiffelturm ist am Montag für Besucher geschlossen geblieben. Beschäftigte legten aus Protest die Arbeit nieder, nachdem Mitarbeiterinnen bei der Führung einer religiösen Gruppe auf deren Wunsch nicht eingesetzt worden sein sollen.

Während auf der Homepage des Eiffelturms von »operationellen Gründen« die Rede war, berichtete die Zeitung »Le Parisien« unter Verweis auf Beschäftigte, dass am Samstag auf Bitten von rund hundert Mitgliedern einer hinduistischen Religionsgemeinschaft während eines Besuchs der dritten Etage des Eiffelturms das weibliche Personal dort zurückgezogen worden sei. Die Gruppe sei von ausschließlich männlichem Personal begleitet worden.

In der französischen Hauptstadt löste der Vorfall Empörung aus. Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire zeigte Verständnis für den Protest. »Die Gleichstellung von Frauen und Männern wird niemals am Fuße unserer historischen Denkmäler enden, noch an irgendeinem anderen Ort dieser Stadt. Sie muss überall gelten, für alle«, sagte der Sozialist. Er werde so schnell wie möglich eine Untersuchung einleiten.

Bürgermeister empört über Diskriminierung

Der Bürgermeister des zentralen Pariser Stadtbezirks, Ariel Weil, der zugleich Präsident der Betreibergesellschaft des Eiffelturms ist, zeigte ebenfalls Verständnis für die Aufregung der Mitarbeiter. »Kein religiöser Grund kann eine Unterscheidung aufgrund des Geschlechts oder ein anderes diskriminierendes Vorgehen beim Empfang der Besucher rechtfertigen«, schrieb Weil auf X. 

Auch die konservative Präsidentin der Hauptstadtregion, Valérie Pécresse, äußerte sich schockiert, dass bei einer organisierten Besichtigung des Eiffelturms »eine hinduistische Delegation, zu der auch Geistliche gehörten, darum gebeten hatte, weibliche Mitarbeiter von ihrer Besichtigungstour auszuschließen«.

Ex-Premier Barnier fordert Aufklärung von Eiffelturm-Betreiber

Der frühere konservative Premier Michel Barnier reagierte empört. »Frauen werden nicht versteckt. Sie werden nicht ausgeblendet. Man respektiert sie und verteidigt ihre Freiheit. Wir fordern von der Betreibergesellschaft des Eiffelturms eine Erklärung.«

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Wann der Eiffelturm wieder für Besucher öffnet, war zunächst unklar. Mitarbeitervertreter sprachen von einem vollkommen inakzeptablen Vorfall, wie »Le Parisien« berichtete. Die Betreibergesellschaft habe in einer Stellungnahme eingeräumt, eine Fehlentscheidung getroffen zu haben.

mgr/dpa