Es war einer dieser Widersprüche, die typisch für Donald Trump und seine Regierung sind. Seinen Wahlzettel für die Abstimmung im Wahlkreis 87 im US-Bundesstaat Florida gab der US-Präsident per Post ab. Wenig später machte er sich sehr öffentlich für die Abschaffung der Briefwahl stark.
Von dieser Ungereimtheit mal abgesehen: Warum nahm der Präsident überhaupt an dieser außerplanmäßigen Abstimmung in Palm Beach County teil? Die Antwort ist simpel. In dem Bezirk liegt sein Club Mar-a-Lago. Und künftig wird dieser Wahlkreis im Parlament von einer Demokratin vertreten . Emily Gregory setzte sich laut US-Medien nach Auszählung nahezu aller Stimmen gegen den Republikaner Jon Maples durch, der von Trump unterstützt worden war.
HUGE NEWS: Democrat Emily Gregory just flipped the Florida state House district that includes Mar-a-Lago.
— Democrats (@TheDemocrats) March 25, 2026
She defeated a Trump-endorsed Republican in Trump’s home district. pic.twitter.com/J82pqlWCou
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Zuletzt gingen US-Medien von einem Vorsprung von 2,4 Prozent zugunsten von Gregory aus. Bei der Wahl 2024 hatte der republikanische Kandidat Mike Caruso noch mit 19 Prozentpunkten Abstand gewonnen. Er hatte seinen Sitz freigemacht, um für einen anderen Posten in Palm Beach County zu kandidieren.
»Das hätte niemals für Demokraten infrage kommen dürfen. Aber der heutige Abend zeigt, wie angreifbar die Republikaner überall sind«, schrieb Heather Williams vom Democratic Legislative Campaign Committee. Das Komitee unterstützt demokratische Anwärterinnen und Anwärter auf regionaler Ebene. Die Republikaner sollten sich größte Sorgen ob ihrer Chancen im November machen, so Williams weiter.
Mar-a-Lago’s state House district just flipped from red to blue, which should have Republicans worried about their chances this November.
— Heather Williams (@Heather4Dems) March 24, 2026
A Trump +11 district in his own backyard shouldn’t be in play for Democrats, but tonight proves Republicans are vulnerable everywhere. https://t.co/dWYdHO6Ka2
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Im November stehen die Midterms an, eine Wahl zur Hälfte der präsidialen Amtszeit. Dabei werden viele Sitze im US-Kongress neu vergeben. Die Republikaner sorgen sich, dass die Irrungen und Wirrungen der Trump-Regierung zu einem schlechten Ergebnis führen könnten. Die Demokraten wiederum werten die zahlreichen Erfolge bei Wahlen wie nun in Florida als Anzeichen für einen möglichen Erdrutschsieg.
Nicht der erste Erfolg in Florida
Erst im Dezember hatte es ebenfalls in Florida einen bemerkenswerten Machtwechsel gegeben . Die Metropole Miami in dem Bundesstaat wird erstmals seit rund 30 Jahren wieder demokratisch regiert. Bei der Bürgermeisterwahl, die durch US-Präsident Trump ins nationale Rampenlicht geraten war, siegte die Demokratin Eileen Higgins. Sie setzte sich mit knapp 60 Prozent gegen den Republikaner Emilio Gonzalez durch.
Demokraten sahen den Sieg in Miami als weiteres Zeichen eines Stimmungswechsels nach Erfolgen bei Gouverneurswahlen in New Jersey und Virginia sowie der Bürgermeisterwahl in der Millionenmetropole New York. Dort hatte mit Zohran Mamdani ein erklärter Trump-Gegner in dessen Geburtsstadt triumphiert .
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version der Meldung hieß es, der Wahlbezirk werde nun von einer Demokratin regiert. Emily Gregory regiert natürlich nicht, sie vertritt den Bezirk im Parlament, sie ist Teil der Legislative.
