Der stellvertretende FDP-Chef, Henning Höne, hat seine Kandidatur für den Vorsitz der Liberalen angekündigt. Seine Partei habe alle Chancen für ein erfolgreiches Comeback, so Höne in einem Interview mit der »Frankfurter Allgemeinen«. Wörtlich sagte er: »Ich will der Partei ein Angebot dafür machen und auf dem Bundesparteitag Ende Mai als Bundesvorsitzender kandidieren.«
Hönes Name war bereits in den vergangenen Tagen mehrfach genannt worden. Seine Parteifreundin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hatte öffentlich erkennen lassen, dass sie sich vorstellen könnte, die Partei in einer Doppelspitze mit ihm zu führen. Höne, der auch nordrhein-westfälischer Landesvorsitzender und Fraktionschef ist, erklärte nun jedoch, nicht als Duo für die Parteispitze anzutreten: »Mein Angebot ist eines, das ich allein mache.«
Die bisherige Parteispitze unter dem Vorsitzenden Christian Dürr hatte nach einer Serie von Wahlniederlagen Anfang der Woche ihren Rücktritt verkündet. Allerdings erklärte Dürr dabei auch, beim Parteitag im Mai wieder als FDP-Chef kandidieren zu wollen.
Strack-Zimmermann zieht Bewerbung zurück
Der Entscheidung Hönes waren dem Vernehmen nach intensive Gespräche vorangegangen, insbesondere mit seiner Parteifreundin Strack-Zimmermann. Ihre Bewerbung als Teil einer Doppelspitze hat sich mit der Ankündigung Hönes erledigt. »Seine Kandidatur hat meine volle Unterstützung«, sagte sie dem SPIEGEL.
Damit dürften die Chancen für Höne gut stehen, dass er auf dem Bundesparteitag zum neuen Vorsitzenden gewählt wird – auch für den Fall, dass der amtierende Vorsitzende Dürr tatsächlich ebenfalls antritt. Höne hat offenbar große Unterstützung über seinen eigenen Landesverband hinaus.
