SpOn 01.06.2026
20:15 Uhr

FDP: Marie-Agnes Strack-Zimmermann will überraschende Kandidatur erst zwei Tage vor Parteitag beschlossen haben


Spontane Aktion oder länger geplanter Angriff? Mit ihrer kurzfristigen Bewerbung um den FDP-Vorsitz hatte Marie-Agnes Strack-Zimmermann Teile der Partei in Schockstarre versetzt. Nun gibt sie Einblicke in die Planung des Wahldramas.

FDP: Marie-Agnes Strack-Zimmermann will überraschende Kandidatur erst zwei Tage vor Parteitag beschlossen haben

Es war der große Überraschungsmoment beim Parteitag der FDP: Unmittelbar vor der Wahl des neuen Parteivorsitzenden am Samstag hatte Marie-Agnes Strack-Zimmermann ihre Kandidatur erklärt und damit den späteren Sieger Wolfgang Kubicki in eine unerwartete Kampfabstimmung  gezwungen.

Seither befindet sich die Partei in Aufruhr. Kritiker unterstellen Strack-Zimmermann, ihre Attacke von langer Hand geplant zu haben. Nun hat sie sich selbst zu den Vorbereitungen hinter ihrer dramatischen Kandidatur geäußert.

Nach eigenen Angaben hatte sie diese erst zwei Tage vor der Abstimmung beschlossen, sagte Strack-Zimmermann in der n-tv-Sendung »Pinar Atalay«. Eigentlich habe sie gar nicht antreten wollen. Nach dem Rückzug von FDP-Landeschef Henning Höne, dessen Bewerbung sie unterstützt hatte, habe sie bei den Partei-Mitgliedern eine wachsende Enttäuschung darüber wahrgenommen, »dass sie keine Wahl haben«, so Strack-Zimmermann. »So gab ein Gedanke den anderen und dann habe ich mich entschieden.«

Strack-Zimmermann sagte, sie habe zuvor eine einjährige Doppelspitze mit Kubicki ins Gespräch gebracht. Kubicki habe diese allerdings abgelehnt. Über ihre späteren Kandidaturpläne seien letztlich »um die 50 Leute« informiert gewesen. »Ich war überrascht, dass es nicht vorher durchgesickert war«, sagte sie.

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Bei der Abstimmung setzte sich Kubicki schließlich mit knapp 60 Prozent der Stimmen durch, ein deutlicher Dämpfer für den neuen Vorsitzenden. Im Anschluss lieferte er sich mit Strack-Zimmermann über verschiedene Medien ein regelrechtes Wortgefecht. Kubicki richtete sich etwa direkt an seine Kontrahentin: »Marie-Agnes, Du hast nur 40 Prozent. Und jetzt weißt Du, wo der Hammer hängt«. Daneben ließ er wenig Bereitschaft erkennen, auf den doch erheblichen Teil an Liberalen zuzugehen, die sich gegen ihn gestellt haben. Am Montag äußerten sich beide jedoch etwas versöhnlicher.

Die FDP befindet sich seit der vergangenen Bundestagswahl, bei der sie aus dem Parlament flog, in einer tiefen Krise. Hinter der Kampfabstimmung zwischen Kubicki und Strack-Zimmermann steckt ein politischer Richtungsstreit. Kubicki gilt als Frontmann der Rechtsliberalen, die etwa die Brandmauer zur AfD kritisch sehen. Strack-Zimmermann ist die prominenteste Vertreterin des sozialliberalen Flügels.

kev