SpOn 25.03.2026
17:59 Uhr

FDP: Christian Dürr kontert Kritik von Marie-Agnes Strack-Zimmermann


Der Führungsstreit in der FDP spitzt sich zu: Parteichef Christian Dürr rechtfertigt seine überraschende Neukandidatur – und teilt gegen Kontrahentin Marie-Agnes Strack-Zimmermann aus.

FDP: Christian Dürr kontert Kritik von Marie-Agnes Strack-Zimmermann

FDP-Vorsitzender Christian Dürr hat auf Kritik seiner Herausforderin Marie-Agnes Strack-Zimmermann reagiert: Sie und der NRW-Landesvorsitzende Henning Höne stünden »für einen anderen Kurs als ich«, sagte Dürr der Nachrichtenagentur dpa. »Ich möchte, dass die FDP eine optimistische Reformkraft mit einem klar marktwirtschaftlichen Kurs ist. Ohne Wenn und Aber.« Dürr sagte weiter: »Wir brauchen keine zwei liberalen Parteien, aber einen klaren Kurs.« Es sei zugleich legitim, dass es unterschiedliche Auffassungen zur Ausrichtung der Partei gebe.

Nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, wo die FDP aus den Landtagen flog, tobt ein Machtkampf in der FDP. Bei einer Krisensitzung am Montag beschloss der Parteivorstand, beim Parteitag im Mai die Führung komplett neu wählen zu lassen. Viele verbanden damit automatisch das Aus für Parteichef Dürr. Zur Überraschung vieler kündigte der jedoch kurz darauf an, erneut zu kandidieren.

Heftige Kritik an Dürr äußerte allen voran Strack-Zimmermann, dem sie im Gespräch mit dem SPIEGEL »Realitätsverweigerung« vorwarf. Die Europapolitikerin hatte sich ebenfalls bereit erklärt, die FDP künftig anzuführen – allerdings in einer Doppelspitze, etwa mit Höne. »Wir stehen alle für die FDP als marktwirtschaftliche, bürgerrechtsorientierte und freiheitliche Partei. Es geht aber darum, ein klareres Bild von dem zu zeichnen, was das im täglichen Leben bedeutet«, sagte Strack-Zimmermann .

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Dass Dürr Strack-Zimmermann mit seiner Äußerung indirekt das marktwirtschaftliche Profil absprach, sorgte bei dieser für Empörung. Auf X schrieb Strack-Zimmermann , Dürrs Behauptung, sie stehe für einen anderen Kurs in der Partei, sei falsch. Die Flügeldebatten gingen am eigentlichen Problem vorbei. »Die FDP ist in den vergangenen zehn Monaten in ihrer Kommunikation weder als optimistische Partei noch als Reformkraft wahrgenommen worden, sondern allenfalls als radikale Kritikerin der Ideen anderer, häufig verbunden mit einer spürbar negativen Tonlage«, schrieb Strack-Zimmermann.

atr/dpa