Emmanuel Macron, Präsident Frankreich:
»Manche prahlen mit einem angeblichen Frieden, aber dieser Frieden hat die humanitären Korridore nicht eine einzige Sekunde geöffnet. Müssen wir tatenlos zusehen und dieses Schauspiel beobachten, das uns alle beschämen sollte? Niemals!«
In seiner letzten Rede vor der Uno hält sich Emmanuel Macron nicht mit Kritik zurück – an Israels Regierung, aber auch an der Staatengemeinschaft. Er beklagt andauernde Rechtsverletzungen, vor allem durch israelische Siedler.
Emmanuel Macron, Präsident Frankreich:
»Schauen Sie, was im Westjordanland passiert, wo täglich Verstöße begangen werden. In wessen Namen? Die Hamas war im Westjordanland nie aktiv. Jeden Tag untergräbt das das eigentliche Projekt, das legitime Existenzrecht des palästinensischen Volkes zu respektieren. (…) Aber alle, die behaupten, Israels Sicherheit hinge davon ab, die Souveränität aller Nachbarn zu verletzen, machen einen fatalen Fehler. Sie schwächen Israels Sicherheit für heute und morgen und bedrohen sie.«
Macron reagierte auch auf den US-Präsidenten: Denn Donald Trump hatte in seiner Uno-Rede erneut behauptet, den Krieg in Gaza beendet und Tausende Leben gerettet zu haben.
Donald Trump, US-Präsident:
»Manche reden nur vom Frieden, ich schaffe ihn. Seit meinem Amtsantritt war es mir eine große Ehre, acht Kriege beizulegen. Natürlich den Krieg in Gaza...«
Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu nannte Macrons Rede »grotesk« und »schockierend«. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind stark angespannt, seit Frankreich im vergangenen Jahr einen palästinensischen Staat anerkannt hatte.
Macron wird sein Amt im Mai verlassen. Er nutzte seinen letzten Auftritt vor der Generalversammlung aber auch, um die Vereinten Nationen als Institution zu verteidigen.
Emmanuel Macron, Präsident Frankreich:
»Letztlich stellt sich uns die ganz einfache Frage: Wollen wir wieder in einem Urzustand leben, wieder in einer Art ›Gesetz des Dschungels‹, oder in einer zivilisierten internationalen Gemeinschaft? Es ist mehr denn je unsere Pflicht, fest an der Seite der Vereinten Nationen zu stehen, um genau zu entscheiden, was im gemeinsamen Interesse liegt. (…) Es lebe die Uno!«