SpOn 05.06.2026
13:57 Uhr

Eishockey: Harold Kreis muss als Bundestrainer ein Jahr vor der Heim-WM gehen


Wenn in knapp elf Monaten die Eishockeyweltmeisterschaft in Deutschland startet, wird Harold Kreis nicht mehr an der Bande stehen. Drei unbefriedigende Turniere in Folge waren dem DEB zu viel.

Eishockey: Harold Kreis muss als Bundestrainer ein Jahr vor der Heim-WM gehen

Der sportliche Rückschritt im deutschen Eishockey in den vergangenen beiden Jahren hat Bundestrainer Harold Kreis ein Jahr vor der Heim-WM den Job gekostet. Das ist das Ergebnis der Aufarbeitung des dritten verkorksten Turniers in Serie.

»Die Zusammenarbeit mit Harold war zu jeder Zeit von Vertrauen, Offenheit und gegenseitigem Respekt geprägt – auch menschlich war sie über die gesamte Zeit hervorragend. Deshalb ist uns diese Entscheidung nicht leichtgefallen«, wird Sportchef Christian Künast in einer Mitteilung des Deutschen Eishockey-Bundes zitiert.

»Zugleich sehen wir, dass die Entwicklung der Männer-Nationalmannschaft zuletzt stagnierte, und diese sportliche Gesamteinschätzung hat letztlich zu unserer Entscheidung geführt«, sagte er weiter. Man sei der festen Überzeugung, dass es nun einen neuen Impuls benötige. Auch Künast selbst hatte zuletzt in der Kritik gestanden, darf aber beim Verband weitermachen.

Der Vertrag von Kreis war im vergangenen Jahr noch bis 2027 verlängert worden. Dann findet die WM im eigenen Land statt.

Vor WM auch Enttäuschung bei Olympia

Bei der abgelaufenen Weltmeisterschaft in der Schweiz hatte der WM-Zweite von 2023 wie schon 2025 das Minimalziel Viertelfinale verpasst. Dazwischen war auch das olympische Turnier bei den Winterspielen im Februar mit der mutmaßlich besten deutschen Nationalmannschaft der Geschichte und allen NHL-Superstars um Leon Draisaitl eine Enttäuschung. Trotz eines günstigen Turnierplans hatte Deutschland einen möglichen Medaillenplatz nicht erreicht.

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Anschließend hatte es teils deutliche Kritik der Spieler am Coaching und der Organisation rund um die Spiele gegeben. Deshalb hatte sich DEB-Sportvorstand Künast anschließend auch sehr selbstkritisch gezeigt. Personelle Konsequenzen hatte es da aber noch nicht gegeben. Jetzt schon, allerdings nur für Kreis.

Nach der Vizeweltmeisterschaft 2023 ging es bergab

Kreis war bereits 2010 als Assistent des damaligen Bundestrainers Uwe Krupp am WM-Halbfinaleinzug Deutschlands beteiligt gewesen. In seinem ersten Vertragsjahr als Bundestrainer hatte er das deutsche Team 2023 auf Anhieb ins WM-Endspiel gegen Kanada (2:5) geführt. Die vergangenen drei Turniere verliefen aber enttäuschend. Zuletzt hatte es auch wieder vermehrt Absagen für die Nationalmannschaft gegeben.

Zudem gab es Kritik an der Auswahl des Personals, an den Einsatzzeiten der Stars bei Olympia und am Coaching während der Spiele. Bei der WM hatte Kreis etwa in entscheidenden Momenten auf übliche Auszeiten verzichtet.

mfu/dpa