SpOn 14.09.2026
21:57 Uhr

Ed Sheeran wirft Macklemore bei seiner Tour raus


Rapper Macklemore trat auf Ed Sheerans Tour zweimal im Vorprogramm auf, nutzte die Bühne für »Free Palestine«-Rufe. Nun ist die Zusammenarbeit vorbei. Und der US-Rapper meint, er solle zum Schweigen gebracht werden.

Ed Sheeran wirft Macklemore bei seiner Tour raus

US-Rapper Macklemore ist für seinen propalästinensischen Aktivismus bekannt, er setzt sich für Menschen in Gaza ein, wirft Israel einen Völkermord vor. Zwei Songs hat Macklemore zu dem Thema veröffentlicht, sich auf großen Bühnen schon oft entsprechend geäußert. Popstar Ed Sheeran wusste also, welchen Künstler er mitnimmt für das Vorprogramm seiner Tour. Nach nur zwei Auftritten muss Macklemore die »Loop Tour« aber nun schon wieder verlassen – wegen seines Aktivismus.

Die Messina Touring Group, Promoter des US-Abschnitts von Sheerans internationaler Tournee, teilt laut »Rolling Stone«  mit: »Als Konzertpromoter der US-Loop-Tour von Ed Sheeran wurden wir von Venues der bevorstehenden US-Tourdaten darüber informiert, dass sie kein Konzert mit Macklemore im Line-up erlauben werden, was zur Absage der Tour führen und Hunderttausende Fans betreffen würde. Nach Gesprächen mit allen Beteiligten wird Macklemore bei den verbleibenden Support-Dates nicht mehr auftreten.«

Macklemore war am 4. und 5. September in Sheerans Vorprogramm im MetLife Stadium in New Jersey aufgetreten. Dort hatte Macklemore etwa gesagt: »Einer der Gründe, warum ich bei dieser Tour mitmachen wollte, war, dass ich hier auf Bühnen und in Stadien in ganz Amerika stehen und zwei Worte sagen kann, die mir sehr am Herzen liegen: Free Palestine.« In einem Clip auf Instagram sagt er außerdem: »An alle meine jüdischen Brüder und Schwestern: Kritik an Israel, Kritik an der Apartheid, die Ablehnung von Völkermord – das ist in keiner Weise eine Kritik an euch. Meine Botschaft gilt dem Frieden, der Liebe dafür, dass alle Menschen mit Würde, Respekt und Gleichberechtigung behandelt werden.«

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Für seine Äußerungen wurde Macklemore von Fans gefeiert, von israelischer Seite aber auch kritisiert. Die Organisation Israeli-American Council (IAC) etwa startete eine Petition, in der sie Ed Sheeran dazu aufrief, den Rapper auf seiner Tour nicht weiter auftreten zu lassen.

Sheeran hat sich bislang nicht zu den Auftritten Macklemores und dessen Rauswurf geäußert.

Macklemore wirft Israel Genozid vor

Macklemore positioniert sich immer wieder politisch. 2024 veröffentlichte er den propalästinensischen Song »Hind's Hall« und 2025 das Lied »Fucked up«. In den Liedern wirft er Israel Genozid vor und vergleicht in einem dazugehörigen Musikvideo einen Jungen aus dem Warschauer Ghetto mit einem aus dem Gazastreifen. Auf die Hamas und deren Massaker am 7. Oktober 2023 geht der Rapper in seinen Songs nicht ein.

Sheerans verbleibende zehn US-Konzerte finden nun ohne Macklemore statt. »Ed Sheeran und sein Team haben entschieden, mich von der The Loop Tour auszuschließen«, teilt Macklemore in einem Post auf Instagram mit. Er betrachte Sheeran als einen Bruder, schreibt der Rapper dort, aber nun seien beide an einem Punkt fundamentaler Uneinigkeit angelangt. Sheeran habe ihm offenbart, dass mehrere Stadionbesitzer ihn vor eine Entscheidung gestellt hätten. Falls Macklemore auf der Tour bleibe, werde man Sheeran ein Auftrittsverbot erteilen.

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Was er bei seinen Auftritten im MetLife gesagt habe, habe er schon oft gesagt, so Macklemore. »Warum ist es jetzt ein Problem? Weil ich nun die Bühne mit einem der größten Künstler der Welt teile, in einigen der größten Stadien in Amerika.« Wenn Sheeran, der sich stets unpolitisch gibt, ihn implizit unterstützt hätte, so Macklemore, hätte das einen Stein ins Rollen bringen können. »Vielleicht war es deshalb diesmal so wichtig, mich zum Schweigen zu bringen«, schreibt der Rapper. Um das zu erreichen, werde ihm auch Antisemitismus vorgeworfen.

Er hoffe, das sei nicht das Ende seiner Freundschaft mit Sheeran, so Macklemore, dreizehn Jahre Freundschaft würden nicht wegen einer schmerzhaften Uneinigkeit verschwinden. Seine Tür stehe jederzeit offen. Er schließt sein Statement mit den Worten: »Free Palestine« und: »Falls diese Worte mich die Bühne kosten, während ich die Aufmerksamkeit zurück auf Palästina lenke, dann war das die erfolgreichste Tour, auf der ich jemals war.«

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Am 7. Oktober 2023 hatten die Angreifer bei einem Massaker der Hamas rund 1200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 weitere als Geiseln nach Gaza verschleppt. Der beispiellose Überfall der islamistischen Terrororganisation löste den Gazakrieg aus. Seitdem wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen mehr als 73.400 Palästinenser getötet. Menschenrechtsorganisationen und Uno-Gremien werfen Israel wegen seines Vorgehens im Gazakrieg unter anderem Kriegsverbrechen vor.

ptz/dpa