Der Fall Macklemore wird zunehmend zum Politikum. Nachdem der Rapper aus dem Vorprogramm der Ed-Sheeran-Tour gestrichen wurden, erklärten nun vier weitere Acts aus Solidarität mit dem Rapper ihren Rückzug, wie der »Guardian« meldet.
Finneas, mit vollen Namen Finneas Baird O'Connell und Bruder von Superstar Billie Eilish, hätte eigentlich bei sechs Terminen in Nordamerika auftreten sollen. Nun sagte er: »Künstlern darf nicht der Mund verboten werden, wenn sie sich für die Unterdrückten einsetzen.« Er stehe zu Palästina und seinen Menschen.
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Auch der irische Sänger Aaron Rowe, die dänische Popband Lukas Graham und die irische Gruppe Beoga werden auf eigenen Wunsch nicht mehr Teil der Tour sein. »Es muss uns erlaubt sein (…) über Kinder zu sprechen, denen es zusteht, aufzuwachsen. Egal, wo sie leben. Egal, welche Flagge über ihnen weht«, schrieb Sänger Lukas Forchhammer von Lukas Graham.
Zuvor hatte Rapper Macklemore mitgeteilt, dass »Ed Sheeran und sein Team« ihn aus der Tour gestrichen hätten (mehr hier). Laut Medienberichten hatte der 43-Jährige auf Konzerten etwa gesagt: »Einer der Gründe, warum ich bei dieser Tour mitmachen wollte, war, dass ich hier auf Bühnen und in Stadien in ganz Amerika stehen und zwei Worte sagen kann, die mir sehr am Herzen liegen: Free Palestine.«
Die Organisation Israeli-American Council (IAC) hatte laut Medien daraufhin eine Petition gestartet, in der sie Sheeran dazu aufrief, den Rapper auf seiner Tour nicht weiter auftreten zu lassen. Außerdem hatten vermögende Stadionbesitzer – darunter der Milliardär Robert Kraft – Druck ausgeübt, um Macklemore auszubooten.
Stellungnahme von Sheeran zu dem Eklat
Sheeran selbst hatte zuletzt erstmals Stellung bezogen (mehr hier). Das Aus für Macklemore sei die Entscheidung des Tourveranstalters gewesen, nicht seine, schrieb Sheeran auf Instagram . Er selbst habe in den vergangenen Tagen ausgiebig unter anderem mit Vertretern der Veranstaltungsorte, dem Tourveranstalter und »Aktivisten auf beiden Seiten« gesprochen, um eine gemeinsame Lösung zu finden, aber ohne Erfolg.
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Er sei »entsetzt« vom Nahostkonflikt und dem Leid auf beiden Seiten, schrieb Sheeran weiter. »Ich habe meine persönliche Meinung zu diesem verheerenden Konflikt. Nur weil ich mich dazu nicht öffentlich äußere, heißt es nicht, dass ich diese nicht habe, und es heißt auch nicht, dass es mir egal ist.«
Er respektiere es, dass Macklemore sich laut für das starkmache, woran er glaube, so Sheeran weiter. Er selbst habe aber für sich entschieden, seine Auftritte nicht für politische Meinungsäußerungen zu nutzen – vor allem, weil unter seinen Zuschauern viele jungen Menschen, darunter auch Kinder, von überall her seien, und er für diese einen »Ort der Sicherheit und Zuflucht« schaffen wolle. »Wenn wir uns nur darauf konzentrieren, wer am lautesten schreit, wird sich nie etwas ändern.«
