Der Fall sorgte für Empörung: Eine Lehrerin war 16 Jahre lang krankgeschrieben, sie soll ihre Dienstunfähigkeit vorgetäuscht haben. Nun haben Ermittler im Ruhrgebiet die Wohnung der Frau durchsucht.
Bereits am Dienstag sei der Durchsuchungsbeschluss vollstreckt worden, teilte die Staatsanwaltschaft Duisburg mit . Man habe »beweiserhebliche Unterlagen und elektronische Datenträger sichergestellt«. Nun müsse das Material ausgewertet werden. Die »WAZ« hatte zuvor berichtet.
Gegen die Frau werde wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs ermittelt. Der Fall der Lehrerin aus dem Ruhrgebiet, die an einem Berufskolleg in Wesel tätig war, hatte im vergangenen Jahr Schlagzeilen gemacht und auch die Landespolitik beschäftigt.
Die Frau hatte seit 2009 keinen Dienst mehr geleistet . Immer wieder ließ sie sich krankschreiben, ohne dass das Land eingriff und eine amtsärztliche Untersuchung einforderte. Gegen die Lehrerin und einen Mitarbeiter der zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf wurden deshalb Disziplinarverfahren eingeleitet.
Fall »in seiner Dimension nicht nachvollziehbar«
Bei der strafrechtlichen Prüfung des Falls hätten sich Anhaltspunkte ergeben, dass die Frau bewusst falsche Angaben gegenüber dem Land als ihrem Dienstherrn gemacht habe. Während sie vorgegeben habe, dienstunfähig zu sein, habe sie den Ermittlungen zufolge als Heilpraktikerin gearbeitet und auch an einem Gründungswettbewerb teilgenommen, schrieben die Ermittler. Weil sie dadurch zu Unrecht ihre Dienstbezüge als Lehrerin erhalten habe, könnte das ein gewerbsmäßiger Betrug sein.
Bei den Ermittlungen gehe es aber nicht um die gesamten 16 Jahre, in denen die Frau krankgeschrieben war, sondern nur um die vergangenen vier Jahre. Für die Zeit davor könnten die Vorwürfe verjährt sein, erläuterte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gelte die Unschuldsvermutung.
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In Nordrhein-Westfalen hatten in den vergangenen Monaten mehrere Fälle von krankgeschriebenen Lehrern Politik und Öffentlichkeit beschäftigt. Zu dem Fall der Lehrerin aus dem Ruhrgebiet hatte Schulministerin Dorothee Feller (CDU) gesagt, der Vorfall sei »nicht zu entschuldigen und in seiner Dimension auch nicht nachvollziehbar«.
