SpOn 08.08.2026
13:48 Uhr

Dürre in den USA: Größter US-Stausee Lake Mead verzeichnet historisch niedrigen Wasserstand


Der Lake Mead ist ein wichtiger Trinkwasserspeicher in den USA. Nun führt der See so wenig Wasser wie nie. Experten fürchten, auch dieser Rekord könnte gebrochen werden.

Dürre in den USA: Größter US-Stausee Lake Mead verzeichnet historisch niedrigen Wasserstand

Der größte Stausee der USA trocknet langsam aus. Bereits seit gut zwanzig Jahren gehen die Wasserstände des Lake Mead an der Grenze der US-Bundesstaaten Nevada und Arizona immer wieder zurück. So wenig Wasser wie aktuell hat der Stausee jedoch noch nie geführt.

Laut Daten des Bureau of Reclamation sank der Wasserstand in dieser Woche unter 318 Meter. Damit wurde der bisherige Negativrekord von Juli 2022 um wenige Zentimeter unterschritten. Die Marke gilt Experten als weiterer Warnhinweis für die wachsende Wasserkrise im Land.

Lake Mead wurde 1936 mit dem Bau des Hoover-Damms am Colorado River fertiggestellt. Der Stausee versorgt mehr als 20 Millionen Menschen mit Trinkwasser. Neben Nevada und Arizona beziehen auch die Bundesstaaten Kalifornien, Utah, Wyoming, New Mexico und Colorado Reserven aus dem See. Zusammen mit Lake Powell ist Lake Mead einer der wichtigsten Wasserspeicher entlang des Flusses Colorado. Und auch dort befürchten Experten, dass in den kommenden Wochen neue Tiefstände erreicht werden könnten. Bereits im Juli war der gemeinsame Füllstand beider Reservoirs auf ein historisches Minimum gefallen.

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»Lake Mead und Lake Powell sind im Grunde das Sparkonto der Region – und wir plündern es seit Jahren, weil der Fluss übernutzt wird, während er zugleich seit 25 Jahren unter anhaltender Dürre leidet«, sagte Kathryn Sorensen vom Kyl Center for Water Policy der Arizona State University dem US-Sender CNN .

Fachleute führen den anhaltenden Rückgang der Wasserstände auf eine Kombination aus jahrelanger Dürre, extremer Hitze, schwächerer Schneeschmelze in den Rocky Mountains und weiterhin hoher Nachfrage zurück. Begünstigt werden diese Entwicklungen durch den Klimawandel.

Bundesstaaten streiten um Wasserversorgung

»Es sieht düster aus, und wir müssen offensichtlich handeln – und zwar schnell«, sagte Brad Udall, ein leitender Klimaforscher am Colorado Water Center der Colorado State University, der Tageszeitung »USA Today«. 

Im Juli veröffentlichte das Bureau of Reclamation den Berichten zufolge einen Zehnjahresplan zum Schutz der Trinkwasserspeicher. Dieser sieht auch Kürzungen bei der Wasserversorgung vor. Die abhängigen Bundesstaaten ringen seit Jahren darum, wie die knapper werdenden Ressourcen künftig verteilt werden sollen. Eine Einigung kam Medienberichten zufolge bisher nicht zustande.

Ein Sprecher des Bureau of Reclamation erklärte dem Sender CNN, die Behörde und das Innenministerium seien »weiterhin entschlossen, das gemeinsame Risiko zu verringern, dass Lake Powell und Lake Mead unter kritische Pegel fallen«, um wichtige Infrastruktur zu schützen und die Wasser- und Stromversorgung im Becken aufrechtzuerhalten. In den kommenden Tagen soll die Behörde laut CNN Leitlinien für die nächsten zwei Jahre veröffentlichen, die die genauen Wasserkürzungen bis 2028 festlegen.

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Klimaforscher Udall bezeichnete den Plan im Gespräch mit »USA Today« als einen guten Anfang. Die langfristigen Trends, so Udall, blieben düster – selbst wenn der kommende Winter niederschlagsreich werde. Die Zukunft des Lake Mead sei »beängstigend«, solange es den Bundesstaaten, indigenen Gruppen und der mexikanischen Regierung nicht gelinge, sich auf einen deutlich geringeren Wasserverbrauch zu verständigen. »Vor allem macht es mich traurig, dass wir mit all dem Wissen, das wir hatten, nicht mehr getan haben«, sagte Udall.

Einige Forscher befürchten bereits in den nächsten Wochen weitere Negativrekorde. Möglich, dass der Stausee dann auch das eine oder andere Geheimnis preisgibt. Beim Niedrigstand 2022 wurden mehrere versunkene Boote entdeckt, Überbleibsel einer Ortschaft, die dem künstlichen See einst weichen musste – und mehrere Leichen.

asc