SpOn 17.10.2026
16:01 Uhr

Cyberangriff auf Hochschulen – Noten und Stundenpläne offline


Ein Cyberangriff auf Hochschulen in Baden-Württemberg hat weitreichende Folgen: Viele wichtige Systeme sind offline, auch Lehrkräfte bekommen ihr Geld nicht überwiesen. Wer hinter dem Angriff steckt, ist noch unklar.

Cyberangriff auf Hochschulen – Noten und Stundenpläne offline

Ein Cyberangriff auf das Hochschulservicezentrum Baden-Württemberg (HSZ) am 7. Oktober hat erhebliche Auswirkungen für Studierende und Lehrkräfte. Noten- und Bewerbungssysteme sowie Raum- und Stundenpläne seien weiterhin offline, teilte der Sprecher des HSZ der Deutschen Presse-Agentur mit. Auch Lehrkräfte könnten nicht bezahlt werden. Die Situation sei für die betroffenen Hochschulen, Kunst- und Musikhochschulen sowie manche Landeseinrichtungen »verheerend«.

Derzeit sei nicht absehbar, wann die Hochschulinformationssysteme wieder verfügbar seien. »Die Systeme gehen erst wieder in Betrieb, wenn zu 100 Prozent sichergestellt werden kann, dass keine Gefahr mehr von ihnen ausgeht«, sagte der Sprecher. Wie stark die jeweiligen Einrichtungen betroffen sind, hängt demnach davon ab, welches Servicepaket sie beim HSZ beziehen. Zuvor hatte der »SWR« berichtet. 

Zahlungsverzögerungen und geändertes Bewerbungsverfahren

In der vergangenen Woche hatte die IT-Abteilung des HSZ den Cyberangriff festgestellt und Maßnahmen getroffen, um die Folgen des Angriffs einzudämmen. Ein Krisenstab wurde eingerichtet.

Wer hinter dem Angriff steckt, ist noch unklar. Es werde ermittelt, wie die Angreifer in die Systeme gekommen seien, sagte der Sprecher des HSZ. Zu der Frage, ob es eine Forderung gab, äußerte sich der Sprecher nicht. Der Täter habe sich Zugriff verschafft und eine Schadsoftware installiert.

Bei der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen komme es nach dem Cyberangriff zu Zahlungsverzögerungen, teilte ein Sprecher der Hochschule mit . Die Hochschule plane derzeit alternative Möglichkeiten, bis die Systeme wieder verfügbar seien.

Auch die Hochschule Pforzheim informierte darüber, dass sie elektronische Rechnungen derzeit nicht verarbeiten kann, sie sollen demnach per E-Mail eingereicht werden. An der Hochschule für Musik in Karlsruhe wurde wegen des Angriffs das Bewerbungsverfahren geändert und die Bewerbungsfrist verlängert, wie die Hochschule auf ihrer Internetseite mitteilte .

Cyberangriff an der LMU: Stammdaten, Bafög-Nummern, Beurlaubungsgründe

Immer wieder werden Hochschulen Opfer von Cyberangriffen. Erst im September hatte sich ein unbekannter Hacker Zugang zu persönlichen Daten von Studierenden der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München verschafft. Demnach waren rund 600.000 Datensätze von aktuellen und ehemaligen Studierenden betroffen.

Die betroffenen Datensätze bis einschließlich 1994 enthalten laut LMU nur Stammdaten und die Semesterhistorie. Ab 2005 sind die Angaben demnach umfangreicher, teilweise sind auch Bankdaten hinterlegt. Je nach Einzelfall könnten zudem Krankenversicherungs- und Bafög-Nummern, Angaben zum Studienverlauf und Beurlaubungsgründe betroffen seien. Passwörter, Prüfungsinformationen und Angaben zu Studieninhalten und individuellen Leistungen seien demnach nicht erbeutet worden.

faq/dpa