Die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes drängt auf strengere gesetzliche Regelungen im Umgang mit digitaler Gewalt. Über ihren Instagram-Account kündigt die 44-Jährige an, in dieser Woche in Berlin Gespräche mit Politikerinnen führen zu wollen.
»Auf dem Weg zurück zu Euch nach Deutschland, denn jetzt muss sich etwas ändern«, schrieb Fernandes. Es brauche »bessere Gesetze«, Deutschland dürfe »kein Täterparadies bleiben«. Zuletzt hatte sie sich für Dreharbeiten der ZDF-Reihe »Das Traumschiff« in Asien aufgehalten. Zuvor hatte das Portal »T-Online« berichtet, Fernandes wolle die Dreharbeiten unterbrechen, um kurzfristig nach Deutschland zurückzukehren.
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Für den kommenden Donnerstag ist auf dem Rathausmarkt in Hamburg eine Demonstration gegen sexualisierte Gewalt geplant. Der Aufruf wird unter anderem von der Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer unterstützt. Nach Angaben der Veranstalter werden rund 7500 Teilnehmende erwartet. Am Sonntag hatten bereits Tausende Menschen in Berlin gegen sexualisierte digitale Gewalt demonstriert.
Auslöser der aktuellen Debatte sind Vorwürfe von Fernandes gegen ihren früheren Partner, den Schauspieler Christian Ulmen. Collien Fernandes beschuldigt ihren Ex-Mann unter anderem, auf sozialen Medien Fakeprofile von ihr erstellt und darüber Männer kontaktiert zu haben. Ulmen soll sich als Fernandes ausgegeben und mit einigen Männern sexuelle Gespräche geführt sowie erotische Bilder und Videos verschickt haben.
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Fernandes hat Ende vergangenen Jahres auf Mallorca in Spanien Anzeige gegen ihren Ex-Mann erstattet. Das Verfahren befindet sich in einem frühen Stadium, für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Die Anwälte, die Ulmen seit der SPIEGEL-Veröffentlichung vertreten, sprechen im Kontext der Vorwürfe unspezifisch von »unwahren Tatsachen«.
