Angesichts der aktuellen Debatte über digitale Gewalt hat ein Bündnis für diesen Sonntagnachmittag eine Demonstration am Brandenburger Tor angekündigt. »Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern«, heißt die Kundgebung, für die bei der Polizei für 16.00 Uhr 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet wurden. Initiator ist ein nach eigenen Angaben neu gegründetes Bündnis »Feminist Fight Club!«.
Es gehe darum, »auf strukturelle Missstände und Gesetzeslücken im Kontext von digitaler und analoger sexualisierter Gewalt in Deutschland aufmerksam zu machen«, hieß es im Aufruf. Mehrere Prominente wie die Influencerin Palina Rojinski oder der Rapper Fatoni haben den Aufruf in sozialen Netzwerken geteilt.
Auch die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes warb für die Demonstration. »Sexuelle Gewalt, physische und psychische Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag. Sie finden statt, in der Mitte unserer Gesellschaft«, schrieb die Schauspielerin in einem Instagram-Post.
Weiter schrieb sie: »DANKE, DANKE, DANKE für diesen überwältigenden Support, der mir wirklich geholfen hat,
aus einem ganz tiefen Tal zu kommen. Lasst uns LAUT sein und LAUT bleiben!« Auf dem Instagram-Foto sieht man Fernandes’ Arm mit einem Tattoo, auf dem »free« steht. Der Post erhielt bereits fast eine halbe Million Likes.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Hintergrund der aktuellen Diskussion über digitale Gewalt sind schwere Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen. Im SPIEGEL hatte die Schauspielerin und Moderatorin Ulmen unter anderem vorgeworfen, täuschend echte Fakeprofile von ihr auf Social Media erstellt und darüber »Hunderte von Männern« kontaktiert zu haben. Dabei soll er sich als Fernandes ausgegeben und mit einigen der Männer sexuelle Gespräche geführt und erotische Bilder und Videos verschickt haben, die den Eindruck erweckten, es handle sich um Aufnahmen von Fernandes.
- Reaktionen auf den Fall Collien Fernandes: »Jerks«-Kollegen sind bestürzt – und das Gewaltschutzgesetz soll deutlich schneller kommen
- Gewalt gegen Frauen: Wie Spanien Frauen besser schützt Von Juliane Löffler
- Fall Collien Fernandes: Identitätstäuschung und Deepfakes – die Lücken im deutschen Strafrecht Von Dietmar Hipp und Louisa Uzuner
In Spanien, wo das Ex-Paar zuletzt gelebt hat, hat Fernandes Anzeige gegen Ulmen erstattet. Das Verfahren befindet sich noch in einem frühen Stadium, für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Die Anwälte, die Ulmen seit Donnerstag vertreten, sprechen im Zusammenhang mit den Vorwürfen unspezifisch von »unwahren Tatsachen«.
Schauspielerin Collien Fernandes kämpft gegen Onlinemissbrauch: Sie sucht seit Jahren diejenigen, die Fake-Pornografie von ihr verschicken. Nun hat sie Anzeige gegen ihren Ex-Mann erstattet, den Moderator Christian Ulmen. Lesen Sie hier die ganze Recherche des SPIEGEL.
